Mit viel Liebe zum Detail

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BR-Symphonieorchester, Herkulessaal. „Falsche Welt, dir trau ich nicht!

“ Rund 288 Jahre ist es her, dass Johann Sebastian Bach diese Worte vertonte. An Aktualität mangelt es ihnen freilich auch heute nicht, und so widmete Dirigent Andrea Marcon seine Interpretation der gleichnamigen Kantate im Herkulessaal kurzerhand jenen Herren, die durch ihre kulturpolitischen Entscheidungen momentan für Schlagzeilen sorgen. Den Rest des Abends durfte dann aber zum Glück wieder die Musik allein sprechen.

Hierbei machte das BR-Symphonieorchester auch auf sonst weniger oft beschrittenen Pfaden eine gute Figur. Sicher sind sie kein Originalklangensemble, trotzdem gaben sich die Musiker stilistisch keine Blöße und folgten, bestens gedrillt von Marcon, einem historisch informierten Ideal. Gehörte die eingangs erwähnte Kantate mehr oder weniger zur Gänze Carolyn Sampson, die ihren klaren Sopran effektvoll über den schlank musizierenden Streichern schweben ließ, überzeugten in „Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte“ neben dem wie immer prägnanten BR-Chor vor allem Julian Prégardien und Tobias Berndt durch vorbildliche Artikulation. Carlos Mena brachte einen klangschönen Countertenor mit ein, ließ es aber an Textdeutlichkeit mangeln. Nach Bach Vater eröffnete den zweiten Teil ein Werk von Sohn Carl Philipp Emanuel, die Sinfonia in D-Dur Nr. 1. Von Marcon überaus dynamisch angegangen und trotz der kompakten Form mit viel Liebe zum Detail erarbeitet. Gleiches galt auch für Mozarts Symphonie Nr. 29 in A-Dur, für die sich vor allem die schon bei Bach voll überzeugenden Holzbläser noch einmal ein Extralob verdient haben. tobias hell

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