Verweis auf die Nazis

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Franz Werfels großer Armenien-Roman als Hörbuch. von hildegard lorenz.

Der Prager Schriftsteller Franz Werfel (1890–1945) setzte im Jahr 1933 in seinem berühmten Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ dem bewaffneten Widerstand von rund 5000 Armeniern gegen ihre Deportation durch die türkischen Streitkräfte während des Ersten Weltkrieges ein literarisches Denkmal.

Den Höhepunkt des Romans bildet die Auseinandersetzung zwischen dem Leiter der Deutschen Orient Handels- und Industrie-Gesellschaft, Pastor Johannes Lepsius, und Ismail Enver Pascha, Kriegsminister des Osmanischen Reichs sowie Anführer der Jungtürken. In diesem Streit protestiert der Pastor gegen die unmenschliche Behandlung der Armenier – während der Türke Lepsius voraussagt, dass die Deutschen mit ihrem eigenen „inneren Feind“, nämlich den Minderheiten der „Juden, Sozialdemokraten, Zigeunern und Homosexuellen“, vielleicht noch schlimmer umspringen werden als die Türken mit den Armeniern.

Der Regisseur Kai Grehm hat den Roman als Ko-Produktion des SWR, NDR sowie HR anlässlich des Gedenkens an den 100. Jahrestag der historischen Ereignisse um den Völkermord in einen packenden und erschütternden Hörspieldreiteiler umgearbeitet. Er lässt die schlimmen Auswirkungen von Nationalgefühl und Rassenhass aufs Deutlichste spüren. Die Stimmen von Sebastian Blomberg (Erzähler), Alexander Fehling (Gabriel Bagradian), Valery Tscheplanowa (Juliette), Josef Ostendorf (Lepsius) und Robert Gallinowski (Enver Pascha) gehen tief unter die Haut.

Franz Werfel:

„Die vierzig Tage des Musa Dagh“ (Hörverlag).

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare