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Die Maria-Cristina-Brücke über den Urumeaver, gesehen von der Tabakalera in San Sebastian. Foto: EPA /JUAN HERRERO

Kulturhauptstadt San Sebastian verbindet Gegensätze. Surferparadies, Jazz- und Filmfestivals und Kochkunst: San Sebastian hat einiges zu bieten – als Europäische Kulturhauptstadt (neben Breslau).

Mehr als 60 Kulturevents von Antikriegsfestivals bis zu baskisch-kulinarischen Interpretationen von Shakespeares „Sommernachtstraum“ wird es heuer geben. Die Leitmotive der Veranstaltungen: Menschenrechte und besseres Zusammenleben.

Breite Boulevards mit herrschaftlichen Häusern im Jugendstil und Art Deco, mondäne Hotels und Tapas-Bars: Das ist San Sebastian. Die Auswahl dieser spanischen Stadt war nicht unumstritten. Denn die neue Kulturhauptstadt, mit baskischem Namen Donostia, war lange ein Schauplatz des Konflikts zwischen der baskischen Untergrundorganisation ETA und dem spanischen Staat. Mehrfach wurden Polizisten, Politiker, Richter und Journalisten bei ETA-Anschlägen umgebracht. Der neue Bürgermeister Koldo Izagirre sieht die Kultur als Werkzeug der Versöhnung und des Friedens. Und die Kulturhauptstadt-Jury lobte neben dem kulturellen Angebot auch den Einsatz der Stadtpolitik für eine Friedenslösung.

Wer Donostia/ San Sebastian besucht, beginnt am besten mit einem Blick vom Igueldo-Berg. Bis zum gegenüberliegenden Urgull zieht sich sichelförmig die Bucht La Concha (Die Muschel). Am  Fuß  des  Berges stemmen sich  die  tonnenschweren Eisen-Skulpturen, „Windkamm“, von Eduardo Chillida (1924–2002) wie zueinander strebende Zangen gegen die ungebändigten Atlantikwellen. Wer Zeit mitbringt, kann die vielen Surfer in der Bucht beobachten.

Die meisten kommen aber wegen der Gaumenfreuden. San Sebastian ist Gourmet-Welthauptstadt mit der größten Dichte an Michelin-Sternen. Gutes Essen hat eine lange Tradition: Seit dem 19. Jahrhundert treffen sich die Männer in Kochclubs, zu denen Frauen lange keinen Zutritt hatten. Mehr als 200 dieser Clubs soll es derzeit geben – mehr als 12 000 Männer pflegen diese Tradition. Wer durch die schachbrettartig angelegten Gassen der Altstadt schlendert,  schaut in viele Bars, deren Theken sich unter Tellern voller  kleiner Delikatessen biegen. Christoph Arens

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