Versöhnung

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Blick auf die Tumski-Brücke,  die  zur  Wroclawer/ Breslauer Dom-Insel führt. Foto: AFP / Natalia Dobryszycka

Kulturhauptstadt Breslau hat eine tausendjährige Geschichte. Breslau ist heuer neben San Sebastian Europäische Kulturhauptstadt.

Zu sehen gibt es in der schlesischen Metropole dann noch mehr als sonst, und schon das ist mehr als genug. Der Marktplatz gilt als einer der schönsten in ganz Polen. Er ist das Herz der Stadt, die heute Wroclaw heißt. Dass an jeder Ecke eine Band spielt, ist nichts Besonderes, und dass zu später Stunde zu Beatles-Songs getanzt wird, auch nicht. Nun wird der Marktplatz immer wieder Bühne sein. Am 1. Mai sollen zum Beispiel Tausende Gitarrenspieler „Hey Joe“ von Jimi Hendrix spielen. Fast alle Häuser hier wurden im Krieg zerstört und mit großem Aufwand von den neuen polnischen Einwohnern wieder aufgebaut. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Breslau deutsch. Danach gab es praktisch einen kompletten Austausch der Bevölkerung.

An die Anfänge der Stadt vor gut 1000 Jahren erinnert die Dom-Insel. Man erreicht sie über die Dom-Brücke (Most Tumski), die hier über die Oder führt. Auf der Insel steht ein Denkmal für Boleslaw Kominek. Im Kulturhauptstadtjahr wird man an den Kardinal erinnern, 1965 Verfasser des Hirtenbriefes der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder. „Wir vergeben und bitten um Vergebung“, lautete eine Zeile darin, die Geschichte schrieb: Manche sagen, mit ihr fing die deutsch-polnische Versöhnung an.

Einer der neuen kulturellen Zentren der Stadt ist das Musikforum. Dort ist jetzt das Philharmonieorchester zu Hause. Die Säle verteilen sich auf sieben Stockwerke – die untersten liegen 15 Meter unter der Erde. Das Musikforum (100 Millionen Euro) hat bereits Anfang September eröffnet. Für die erste Saison sind rund 700 Konzerte und Veranstaltungen angekündigt. Die Wiener Philharmoniker sollen genauso kommen wie das London Symphony Orchestra. Die Auswahl ist also riesig. Noch imposanter ist die Jahrhunderthalle. 1913 war sie der größte Betonbau der Welt, bot 10 000 Zuschauern Platz und  galt als Beispiel dafür, was moderne Architektur möglich macht. Weil sowjetische Bomber sich an ihr orientieren konnten, wurde sie im Krieg nicht zerstört. Mittlerweile gehört sie zum Weltkulturerbe. Andreas Heimann

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