PERLEN IM PROGRAMM

„Verschlusssache Umwelt“

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ohne Rücksicht auf die Menschen: Der Produktivität ihrer veralteten Industrieanlagen ordnete die DDR-Führung alles unter – auch den Umweltschutz. Foto: ARD

Bitterfeld – wohl kein Ort in der ehemaligen DDR stand wie diese Stadt in Sachsen-Anhalt so für eine Ballung von Industriebetrieben, die ohne Rücksicht auf die Anwohner Schadstoffe in großen Mengen in die Luft bliesen und in die Flüsse leiteten.

Über viele Jahre galt Bitterfeld als „schmutzigste Stadt Europas“. Seit Anfang der Achtzigerjahre rückte die Umwelt wie hier mehr und mehr in den Fokus von Oppositionellen. Sie sammelten Daten, prangerten den rücksichtslosen Raubbau an der Natur und die gesundheitlichen Folgen durch die Umweltbelastung an. Auch der Verfall der Innenstädte war Gegenstand vieler Aktivitäten.

Was der auf den Bankrott zusteuernde SED-Staat zu vertuschen versuchte, gelangte durch die Akteure der Umweltbewegung auf Umwegen an die Öffentlichkeit – auch im Westen. Von dort wirkten die Informationen über die Politmagazine von ARD und ZDF wieder tief hinein ins andere Deutschland. Die allgegenwärtige Staatssicherheit reagierte mit Härte, versuchte die Umweltgruppen zu zersetzen und zu zerschlagen, viele Protagonisten bezahlten ihr Engagement mit Repressalien bis hin zu langjähriger Inhaftierung.

Der Dokumentarfilm „Verschlusssache Umwelt“ verknüpft persönliche Erinnerungen von ehemaligen Umweltaktivisten mit einer Fülle bis dahin unveröffentlichter Fotos und Videoaufnahmen, die die katastrophalen Umweltschäden in der damaligen DDR belegen.

Autoren: Hans Sparschuh und Rainer Burmeister.

Unser Fernsehtipp der Woche

ARD, Montag, 26. Februar, um 23.30 Uhr

An dieser Stelle geben immer montags Mitarbeiter unserer Zeitung einen TV-, Radio- oder Streamingtipp der Woche – jenseits der bekannten Klassiker.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare