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Filmkritik

Unordnung in Niederkaltenkirchen: „Guglhupfgeschwader“ spinnt die Eberhofer-Reihe munter weiter

Kinostart - "Guglhupfgeschwader"
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Gerhard Wittmann (links) als Leopold, Sebastian Bezzel als Franz und Lisa Maria Potthoff als Susi in einer Szene des Films „Guglhupfgeschwader“.
  • VonUlrike Frick
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„Guglhupfgeschwader“, der mittlerweile achte Teil der Eberhofer-Krimireihe, startet in den Kinos. Kann der Film an die Erfolge seiner Vorgänger anknüpfen? Eine Kritik.

Der wunderbare Kosmos Niederkaltenkirchen, den Regisseur Ed Herzog nach Rita Falks Krimis mit jedem Eberhofer-Film noch detailreicher und liebevoller ausgestaltet, lebt ja eigentlich von der Nicht-Veränderung. Der leicht beleidigte Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), die nach trautem Glück und Eigenheim trachtende Susi (Lisa Maria Potthoff), die in Kompanie-Mengen aufkochende Oma (Enzi Fuchs), der dauerbekiffte Vater (Eisi Gulp), der Bruder Leopold (Gerhard Wittmann) oder die Freunde Flötzinger (Daniel Christensen) und Simmerl (Stephan Zinner) – sie alle bilden den immer wieder herrlich fein ziselierten Rahmen rund um den sympathischen Schluffi Franz Eberhofer und verhelfen dem Chaoten in Polizeiuniform erst zu Glanz und Gloria.

Wichtig war vom ersten Spielfilm „Dampfnudelblues“ (2013) an über „Winterkartoffelknödel“ (2014), „Schweinskopf al dente“ (2016), „Grießnockerlaffäre“ (2017) und „Sauerkrautkoma“ (2018) bis zu „Leberkäsjunkie“ (2019) und „Kaiserschmarrndrama“ (2021), dass die Grundfesten von Eberhofers Welt inklusive Kreisverkehr und Leberkässemmel möglichst dieselben bleiben. Denn große Veränderungen kann der Franz wirklich nicht leiden.

Jetzt muss es halt zu dritt gehen

In „Guglhupfgeschwader“ geraten die Dinge jetzt trotzdem ganz erheblich in Unordnung. Los geht’s schon damit, dass der Eberhofer tatsächlich einmal aktiv mit der Arbeit an einem Fall beginnt und nicht wie üblich versucht, dem Verbrechen und dessen Aufklärung höchst variantenreich auszuweichen, um in seinem Arbeitstag möglichst viele Pausen unterzukriegen. Dem leicht tumben Lotto-Otto (Johannes Berzl), der mit seiner adipösen Mama gemeinsam das Zeitschriftengeschäft im Ort führte, hat man den Laden abgefackelt. Leider saß die Mama noch drin. Dorfsheriff Eberhofer hat es also nicht nur mit möglichen Mafiageschäften in Niederkaltenkirchen zu tun, sondern gleich mit Mord. Energisch wie nie beginnt der Franz mit den Ermittlungen und stellt den Lotto-Otto sofort unter Polizeischutz. Niemand eignet sich dafür besser als der Rudi Birkenberger, und so quartiert er den Otto kurzerhand beim Rudi ein. Der hat aber – die nächste Neuerung – auf einmal eine überaus gesprächige Freundin (Stefanie Reinsperger) und ist gar nicht mehr so begeistert wie sonst, wenn der Franz ihn zu Landpartie und Detektivarbeit überreden will. Das muss jetzt eben zu dritt gehen. Geht auch.

Wie überhaupt alles erstaunlich gut geht in diesem achten Film, der die gewohnt leicht tänzelnde Mischung aus turbulenten, schräg-schrulligen und anrührenden Szenen souverän beibehält. Sogar, als es wirklich keinen Grund mehr zum Feiern gibt im Hause Eberhofer: Denn die Oma hat zwar mit dem Leopold gemeinsam unendlich viele Lottoscheine ausgefüllt, um den Millionen-Jackpot zu knacken. Aber erst wird die erwähnte Lottostelle niedergebrannt – und anschließend ist der Tippschein mit Leopolds sechs Richtigen nicht mehr aufzufinden. Den hat der Franz nämlich inzwischen in Ermangelung anderer Präsente dem Flötzinger zum Geburtstag geschenkt. Und schließlich kommt alles noch viel schlimmer.

Ed Herzogs Inszenierung setzt trotz inhaltlicher Novitäten über weite Strecken auf Bewährtes. Ist aber immer dann ganz besonders gut, wenn der Regisseur seiner skurrilen Fantasie freien Lauf lassen kann und beispielsweise mal einen originellen Shootdown inszeniert wie im bleihaltigsten Mafia-Thriller.

„Guglhupfgeschwader“

mit Sebastian Bezzel ,Simon Schwarz, Eisi Gulp

Regie: Ed Herzog

Laufzeit: 97 Minuten

Sehenswert: 4 Sterne

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