Traumpaar

Barenboims Münchner Schubert-Abend . Streiche das Opus A-Dur D 664 und bringe stattdessen das in Es-Dur D 568: Daniel Barenboim tauschte beim Schubert-Klavierabend in der Münchner Philharmonie das Eröffnungswerk kurzerhand aus.

Der Kopfsatz pendelt zunächst zwischen naiv-unbekümmert und fast gewalttätig und ist, man muss es so sagen, desillusionierend. Die sehr kurze Pause zwischen erstem und zweitem Satz weist allerdings bereits darauf hin, dass der Star satzübergreifende Bögen spannt.

Das Andante ist dann sehr ausdifferenziert. Barenboim bezieht Stellung, schafft Haltepunkte, arbeitet mit markigen Betonungen. Es gibt kleinstteilige Tempowechsel, Verletzbarkeit und Verzagtheit werden hörbar. Der Pianist, Dirigent, Versöhner mit dem Hang zur heilsamen Provokation, und Franz Schubert, diese beiden sind letztlich doch ein „Dreamteam“. Daran ändert auch manche technische Nachlässigkeit nichts. Die Sonate a-Moll D 784, die die Zuspitzung in der Reduktion sucht, blüht unter Barenboims Händen förmlich auf. Die in D-Dur D 850 beschließt dann den Abend. Leider wirkt ausgerechnet der vierte Satz eigenartig matt. Das Publikum belohnt Barenboim dennoch mit langen Standing Ovations. christof fiedler

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