PARISER „CÉSAR“-VERLEIHUNG: PAUL VERHOEVENS „ELLE“ ZUM BESTEN FILM GEKÜRT

Im Tränenpalast

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Bewegender Auftritt: Der 83-jährige Jean-Paul Belmondo erhielt einen Ehren-César. foto: Philippe Wojazer/ reuters

von sabine glaubitz. Der Thriller „Elle“ von Paul Verhoeven ist nach seinem Erfolg bei den Golden Globes auch bei den französischen Césars zum besten Film gekürt worden.

Das Psychodrama des niederländischen Regisseurs wurde in Paris mit dem Hauptreis ausgezeichnet. Das Werk dreht sich um eine Frau, die von einem Einbrecher vergewaltigt wird. Isabelle Huppert bekam dafür den César als beste Schauspielerin. Für die 63-Jährige, die auch für einen Oscar nominiert ist, ist es nach „Biester“ von Claude Chabrol (1996) der zweite César.

In der französischen Hauptstadt machten vor allem Cannes-Filme das Rennen. „Einfach das Ende der Welt“ des Franko-Kanadiers Xavier Dolan wurde mit drei Preisen bedacht, darunter für die beste Regie. Das Drama erzählt die Geschichte eines sterbenskranken Schriftstellers, der nach zwölf Jahren Abwesenheit wieder in seinen Heimatort zurückkehrt. Die Hauptrolle spielt Gaspard Ulliel, der 32-jährige Franzose wurde als bester Schauspieler gewürdigt. Den Preis für den besten ausländischen Film gewann das Sozialdrama „Ich, Daniel Blake“ des Briten Ken Loach. Der 80-Jährige war bei der Verleihung nicht dabei. Das Opus, das von einem verwitweten Schreiner handelt, der nach einem Herzinfarkt in die Mühlen der Arbeitslosen-Bürokratie gerät, wurde im Mai 2016 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Für den Auslands-César war auch die deutsche Tragikomödie „Toni Erdmann“ von Maren Ade nominiert.

Für einen Höhepunkt des Abends sorgten George Clooney und seine Frau Amal. Der Hollywoodstar wurde für seine Karriere mit dem Ehren-César gewürdigt. Er sei glücklich, hier zu sein, und stolz, der Ehemann Amals zu sein, sagte der 55-Jährige. Er freue sich auf die kommenden Wochen und Monate, erklärte er strahlend. Damit spielte er auf die Schwangerschaft seiner Frau an. Amal Clooney wird voraussichtlich im Sommer Zwillinge zur Welt bringen. In seiner Dankesrede kritisierte Clooney die Politik des US-Präsidenten Donald Trump. Man dürfe keine Angst vor dem Anderen haben, sagte er, sondern man müsse gemeinsam gegen den Hass in der Welt und für die Freiheit kämpfen.

Bewegend war der Auftritt von Jean-Paul Belmondo. Dem 83-Jährigen wurde mit einer Reihe von Ausschnitten aus seinen Filmen eine Hommage erwiesen. Belmondo hatte Tränen in den Augen, als er sich dafür bedankte. Der Schauspieler erlitt im August 2001 einen Schlaganfall und musste das Gehen und Sprechen neu lernen. Seitdem geht er am Stock.

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