Lob und Tadel für den BR

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Muslime begrüßen Ramadan-Sendungen – Kritik an „Einknicken“. In der Debatte um ein Halbmond-Logo hat der Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg den Bayerischen Rundfunk (BR) gelobt: Mit oder ohne Logo sei der Themenschwerpunkt zum Ramadan ein „verdienstvoller Schritt zur Bewahrung einer intakten und harmonischen Gesellschaft in Bayern“, schrieb Benjamin Idriz in einem offenen Brief an dem BR.

Der BR hat für die Zeit des muslimischen Fastenmonats vom 18. Juni bis zum 19. Juli als erste deutsche Fernsehanstalt einen Themenschwerpunkt zum Ramadan gesetzt. Während der Ausstrahlungen blendete der Sender zunächst rechts oben in der Ecke ein eigens kreiertes Logo mit einer Mondsichel und dem Schriftzug Ramadan ein. Nachdem das Logo am Samstagabend mehrere Stunden lang zu sehen gewesen war, hagelte es Kritik und Beschimpfungen unter anderem auf der Facebook-Seite des Bayerischen Rundfunks. Schließlich entschied sich der Sender, das Logo nicht mehr zu verwenden.

Der Programmbeauftragte des Bayerischen Fernsehens, Andreas Bönte, sagte im „tz“-Gespräch, viele Menschen hätten das Logo missverstanden und sich irritiert beim BR gemeldet. Man habe sich daher entschlossen, das Logo zu entfernen, „um den Schwerpunkt wieder auf die Inhalte zu lenken“.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hält dies für einen Fehler. Dieser Schritt sei „ein Einknicken gegenüber einer besonders lautstarken und orchestrierten Minderheit“, sagte Aiman Mazyek am Donnerstag. Er lobte zugleich aber auch die „vorbildliche Art und Weise“, in der sich der öffentlich-rechtliche Sender mit dem Ramadan auseinandersetze und so seinem Informationsauftrag nachkomme. Nurhan Soykan, Sprecherin des Koordinationsrates der Muslime, sagte, sie hätte sich gewünscht, dass sich mehr Muslime in der Diskussion zu Wort gemeldet hätten. Denn ein solcher Sendeschwerpunkt trage dazu bei, „dass Muslime zur Normalität werden“.

Bönte widersprach der Kritik, der Sender sei eingeknickt, da man am geplanten Programm festhalte. „Die Menschen, denen die Themenwoche nicht gefällt, müssen es einfach ertragen, dass sie im Programm ist. Auch das gehört zum friedlichen Miteinander.“  jp/epd

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