BACH-PROJEKT DES BR

Szenische Meditation

Im Dialog: Tareq Nazmi (Christus,li.) und Krežimir Stražanac (Bass-Arien). foto: tim boehmerle
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Im Dialog: Tareq Nazmi (Christus,li.) und Krežimir Stražanac (Bass-Arien). foto: tim boehmerle

Verlosung zur Johannes-Passion im Arri-Kino. von markus Thiel.

Als „Inszenierung“ lässt sich das schwer bezeichnen, eher als szenische Meditation und Intensivierung, als behutsames Nachspüren der Entwicklungslinien unter Einbeziehung einer grandiosen Architektur. In der Nürnberger St. Lorenz-Kirche war im März  2015 eine Aufführung von Bachs Johannes-Passion der ganz eigenen Art zu erleben – mit Chor des Bayerischen Rundfunks, Concerto Köln, einer Reihe erlesener Solisten und Dirigent Peter Dijkstra.

Der BR hat dieses gelungene Experiment plus Matthäus-Passion, Weihnachtsoratorium und h-Moll-Messe (die Konzerte fanden teilweise in minutiös komponierter Lichtregie statt) nun zu zwei dicken Editionen gebündelt. Rechtzeitig zum Reformationsjahr 2017 erschien eine DVD-Box mit sechs Silberscheiben und eine CD-Box mit 15 Platten – die sechsjährige Arbeit an den größten Oratorienwerken der Musikgeschichte ist nun quasi für die Ewigkeit dokumentiert.

Teile davon werden demnächst im Fernsehen ausgestrahlt. Die h-Moll-Messe läuft an diesem Sonntag auf Arte (1.05 Uhr) und am 14. April im BR-Fernsehen (9.05 Uhr), die Matthäus-Passion ebenfalls am 14. April auf 3sat (9.05 Uhr). Zusätzlich soll der gesamte Zyklus bald in ausgewählten Kinos in München, Nürnberg und Köln zu sehen sein. Den Anfang macht am kommenden Sonntag um 11 Uhr das Münchner Arri-Kino mit der Johannes-Passion – nicht nur ein visuelles, sondern dank der Edel-Tonanlage auch ein besonderes klangliches Erlebnis.

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