IM ZDF LEHREN VON KOMMENDEM MONTAG AN VIER REGISSEURINNEN DAS PUBLIKUM DAS FÜRCHTEN – WIR STELLEN DIE DEBÜTFILME VOR

Stunden des Bösen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
„Winterjagd“ macht am Montag den Auftakt der „Stunde des Bösen“ im ZDF. In den Hauptrollen spielen (v.li.): Elisabeth Degen, Michael Degen und Carolyn Genzkow. Foto: zdf

von rudolf Ogiermann. Der Krimi ist das beherrschende Genre im Fernsehen – nicht nur der sonntägliche ARD-„Tatort“, sondern auch andere Reihen erfreuen sich regelmäßig hoher Zuschauerzahlen.

Auch das „Kleine Fernsehspiel“ des ZDF, eine legendäre Reihe, die junge Autoren und Regisseure fördert und filmischen Experimenten eine Chance gibt, hat den Thriller für sich entdeckt.

Bereits im Frühjahr 2014 liefen unter dem Titel „Stunde des Bösen“ montäglich zu später Stunde vier Produktionen von Regisseuren. Nun bricht von kommenden Montag an erneut viermal eine Stunde des Bösen an, diesmal jedoch handelt es sich um Filme, die von Frauen inszeniert wurden. „Bei der Entwicklung der Stoffe hat sich gezeigt, dass, wenn Frauen Regie führen, auch Frauen die Heldinnen sind“, erläutert Claudia Tronnier (59), seit 2008 Redaktionsleiterin von „Das kleine Fernsehspiel“, im Gespräch mit unserer Zeitung. Von dieser Gemeinsamkeit abgesehen seien vier unterschiedliche Filme entstanden – allesamt Debüts. Tatsächlich reicht das Spektrum von der (Nicht-)Bewältigung der NS-Vergangenheit über Beziehungsdramen bis hin zu einem klaustrophobischen Thriller, der mit dem Sujet eines terroristischen Angriffs spielt. Wir stellen die vier Produktionen vor:

„Winterjagd“

Die Beschäftigung mit den Biografien noch lebender ehemaliger Wachleute des KZ Auschwitz brachte Astrid Schult auf die Idee zu einem fiktionalen Film, der thematisiert, was es bedeutet, Nachkomme eines Täters zu sein. Das Besondere an „Winterjagd“ (Montag, 2. Oktober, um 0 Uhr) ist die Mitwirkung von Michael Degen. Der Schauspieler und Autor, Jahrgang 1932, wuchs in Berlin auf und lebte als Jude mit seiner Mutter von 1943 bis zum Kriegsende in wechselnden Verstecken, um dem Zugriff der Nazis zu entgehen.

„Detour“

Weil sie will, dass ihr Geliebter Jan sich zu ihr bekennt, „entführt“ Alma (Luise Heyer) seinen Sohn Juri (Ilja Bultmann). Fernfahrer Bruno (Lars Rudolph), der die beiden mit nach Berlin nimmt, spürt die Verzweiflung Almas und will sie auf seine Weise trösten. Als sie ihn zurückweist, eskaliert die Situation. Zwischen Thriller, Roadmovie und Familiendrama changiert „Detour“ von Nina Vukovic und Benjamin Talsik (9. Oktober, 0.15 Uhr).

„Lockdown“

Liv (Alice Dwyer) erwacht in der Wohnung ihres Nachbarn Kurt Veith (Götz Schulte), neben ihr liegt ihr verletzter Partner Lex (Maximilian Meyer-Bretschneider). Veith behauptet, es habe einen Anschlag mit biologischen Waffen gegeben, er habe die beiden in seine speziell gesicherte Wohnung gerettet. Bald kommen Liv Zweifel. Beschützt sie der Nachbar – oder hält er sie gefangen? Bodana Vera Lorenz schrieb (mit Max Permantier) das Buch und führte Regie bei „Lockdown“ (16. Oktober, 0.15 Uhr).

„Die Familie“

Ein „Selbstfindungsseminar“ in einem abgelegenen Haus ist Schauplatz des Psychothrillers „Die Familie“ von Constanze Knoche und Leis Bagdach (23. Oktober, 0.20 Uhr). Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Isabell (Stephanie Amarell), die auf Wunsch ihrer Mutter an einer sogenannten Familienaufstellung teilnehmen soll. Von Kursleiter Einar (Godehard Giese) fühlt sie sich angezogen, obwohl bald eine Teilnehmerin verschwindet und alles darauf deutet, dass Einar etwas damit zu tun hat.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare