TELEFILM SAAR WUSSTE ÜBER DIETER WEDELS VERHALTEN BESCHEID

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Vergewaltigungsvorwürfe    . Von Andreas Heimann.

Bei der Telefilm Saar waren die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel (76, „Die Affäre Semmeling“, „Der König von St. Pauli“) schon vier Tage nach dem mutmaßlichen Vorfall bekannt. Das berichtet das „Zeit“-Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Die Schauspielerin Esther Gemsch (62) hatte im Januar in der Wochenzeitung „Die Zeit“ einen mutmaßlichen Vergewaltigungsversuch geschildert, bei dem Wedel sie 1980 gewürgt haben soll (wir berichteten). Den Akten der Produktionsfirma sei zu entnehmen, dass bereits vier Tage nach der mutmaßlichen Vergewaltigung die gesamte Leitung der damaligen Tochterfirma des Saarländischen Rundfunks (SR) in den Vorfall eingeweiht gewesen war, so das „Zeit“-Magazin. Auch der damalige Fernsehprogrammdirektor des SR sei informiert gewesen.

Ein Sprecher des Senders in Saarbrücken bestätigte die Angaben. Eine interne „Task Force“ unter Federführung von Justiziar Bernd Radeck untersucht die Vorgänge zurzeit. Sie habe mittlerweile zehn Augenzeugen gehört. Die Untersuchungen sollen voraussichtlich Mitte April abgeschlossen sein, sagte der SR-Sprecher. Dann will der Sender die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren.

Esther Gemsch war im Jahr 1980 für die Fernsehserie „Bretter, die die Welt bedeuten“ als Schauspielerin engagiert, die von der Telefilm Saar produziert wurde. Bei der mutmaßlichen Vergewaltigung habe sie Verletzungen erlitten, weshalb sie ihre Rolle nicht habe weiterspielen können, berichtete sie der „Zeit“. Ihre Vorwürfe waren auch in einem internen Bericht des Saarländischen Rundfunks festgehalten worden. Der Anwalt von Dieter Wedel hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen.

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