IRIS BERBEN KRITISIERT BEI PARTY DES FILMPREISES: „DIE FILMBRANCHE IST IN SACHEN GLEICHBERECHTIGUNG KEIN VORREITER“

Starke Frauen stehen im Mittelpunkt

Freuen sich mit Fritzi Haberlandt über den Preis in der Kategorie „Beste Nebenrolle“: Frederic Lau (r.) und Kida Ramadan bei der Verleihung des 67. Deutschen Filmpreises „Lola“. dpa
+
Freuen sich mit Fritzi Haberlandt über den Preis in der Kategorie „Beste Nebenrolle“: Frederic Lau (r.) und Kida Ramadan bei der Verleihung des 67. Deutschen Filmpreises „Lola“. dpa

Das T-Shirt, dass Dennenesch Zoudé (50) in dieser Partynacht des Deutschen Filmpreises in Berlin unter ihrem weißen Smoking trägt, passt perfekt: „Happiness is expensive“ steht da drauf, Fröhlichkeit ist teuer, sprich: muss man sich leisten können.

Zoudé kann – wieder. Vor genau einem Jahr verlor die Schauspielerin völlig überraschend ihren Ehemann, den Regisseur und Filmproduzenten Carlo Rola († 57) mit dem viele in der Branche gedreht haben. Deshalb ist so eine Party-nacht für Zoudé auch ein wenig Spießrutenlaufen. „Ich habe wieder die Energie zum Arbeiten“, sagt sie im Gespräch mit der tz.

Einen Zweiteiler auf Mauritius wird sie jetzt ab dieser Woche drehen. „die erste Rolle nach der Zeit der Trauer.“ Dabei, so Zoudé, habe sie alle emotionalen Zustände zugelassen. „Auch das plötzliche Weinen auf der Straße.“ Außerdem: „Ich habe ziemlich bald eine professionelle Trauertherapie angefangen, die hat mir sehr geholfen.“

Starke Frauen – sie standen beim Deutschen Filmpreis in diesem Jahr im Mittelpunkt. Regisseurin Maren Ade räumte gleich sechsmal die Lola ab, die Regisseurinnen Anne Zohra Berrached und Nicolette Krebitz landeten auf Platz zwei und drei, Fritzi Haberlandt ging mit der Lola ebenso nach Haue wie Sandra Hüller („Ich werde sie ganz unspektakulär im Wohnzimmer aufstellen). Iris Berben, Gastgeberin weil Präsidentin der Deutschen Filmakademie, rief schon bei ihrer Rede die Frauen zu mehr Selbstbewusstsein auf. „Die Filmbranche ist in Sachen Gleichberechtigung kein Vorreiter“, so Berben. Denn: „Schauspielerinnen werden einfach schlechter bezahlt“, klagt Rosalie Thomass. „Und dann noch der große Druck mit dem Aussehen.“ Die Münchnerin ist glücklicherweise im Geschäft, dreht gerade eine witzige Mami-Komödie. „Jetzt weiß ich ja, wie’s geht“, so Thomass, die vor acht Monaten Mama geworden ist.

Ihr Nachwuchs ist bereits drei Jahre alt: Alexandra Maria Lara schafft es gut, Beruf und Kind unter einen Hut zu bringen. Auch, weil sie sich die Rollen aussuchen kann: „Es gibt einfach zu wenig starke Frauenrollen“, klagt sie.

Frauen, die Erfolg haben, zeigen ihn auch an diesem Abend, am schönsten in Form von Orden. Wie Sunnyi Melles, die stolz mit dem Zeigefinger auf ihr wirklich kleines Schwarzes tippt und sagt: „Ich trage heute den Bayerischen Verdienstorden, die Ansteckvariante davon.“ Maria Zsolnay

Kommentare