BARENBOIM VOLLENDETE SEINEN SCHUBERT-ZYKLUS

Später Triumph

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Daniel Barenboim Foto: agentur

von tobias hell. Es ist vollbracht.

Zwei Monate und vier Konzerte nachdem er die ersten Noten auf dem Flügel angeschlagen hatte, beendete Daniel Barenboim nun seinen Schubert-Zyklus, bei dem er sich in der Philharmonie im Gasteig der vollendeten Klaviersonaten des Komponisten angenommen hatte.

Wie es sich für solch ein ambitioniertes Projekt gehört, hatte er sich zwei der größten Brocken natürlich fürs Finale aufgehoben, das im Gegensatz zum vorangegangenen Abend dankenswerterweise ohne störende Handy-Zwischenfälle stattfinden konnte. Diesmal fiel allerdings auch das langsame Warmspielen mit Werken aus früheren Schaffensperioden weg. Das hatte zur Folge, dass Barenboim in der a-Moll-Sonate 845 zunächst noch ein wenig auf der Suche nach dem richtigen Klang zu sein schien. Hart und unnachgiebig der erste Satz, der ebenso wie das dynamischere Scherzo eine Weile benötigte, um richtig in Fluss zu kommen, und sich zuweilen in allzu isoliert stehenden Details verzettelte.

Besser gelangen dem Pianisten da schon die ruhigeren Momente des Werkes, in denen seine eher sachliche Lesart auf einmal eine neue emotionale Qualität gewann. Wie sich zeigte, war dies ein gutes Omen für die folgende B-Dur- Sonate 960. Denn wie schon bei den vorangegangenen Runden steigerte sich Daniel Barenboim auch bei der Schluss-Etappe des Zyklus mit steigender Opuszahl.

In Schuberts letzter Sonate, in der das virtuose Element zunehmend in den Hintergrund rückt und neben dem Techniker besonders der Interpret gefordert ist, schien er sich ganz in seinem Element zu fühlen. Vor allem der stille, ganz in sich gekehrte und in der Durchführung eindrucksvoll gesteigerte erste Satz verfehlte seine Wirkung nicht und legte die Basis für einen bei aller Melancholie dennoch auf seine ganz eigene Art versöhnlichen Abschluss. Für den wurde Barenboim von seinen Fans erneut mit Standing Ovations gefeiert.

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