WANDA SORGTEN IM ZENITH ARG KALKULIERT FÜR EKSTASE

Schädelweh

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Marco Michael Wanda aus Wien. Foto: Gregor Fischer/ dpa

Wie groß ist die Liebe noch? Seit gut vier Jahren sorgen Wanda mit ihrem Schlachtruf „Amore“ für rauschhafte Konzerte voller Hits, Heiserkeit und Schädelweh – auch wenn die wüsten Wiener im echten Leben nie und nimmer so viel Schnaps trinken können, wie in ihren Liedern fließt.

Aber: Die Ekstase gehört so fix zu Wanda wie die legendäre Tante Ceccarelli aus „Bologna“, die sie beim ausverkauften Konzert im Zenith diesmal gleich im ersten Lied hochleben lassen.

Der Superhit zum Start kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Wiener Musikrausch mittlerweile arg kalkuliert und routiniert anhört. Spaß macht’s natürlich immer noch, wenn Marco Michael Wanda die wilde „Luzia“ besingt oder wenn er seine Spezln bittet, ihm die Post schon mal ins Spital zu schicken. Das sind Herzensklassiker, die jeder aufrechte Wanda-Fan in- und auswendig kennt. Und auch einige der Songs vom aktuellen Album „Niente“ wie die sentimentale Knitterinspektoren-Hymne „Columbo“ funktionieren live prima. Trotzdem: Die Stimmung erinnert an die sechste Meisterschaftsfeier hintereinander – nach wie vor nett, aber so schön wie damals wird’s nie mehr. Außer einem Streichquartett mit Vogelmasken beim „Letzten Wienerlied“ fehlt es an Überraschungen. Und außerdem ist die Band mittlerweile recht mitgenommen: Keyboarder Christian Hummer ist nach einem Hörsturz absent, und Marco Michael Wanda muss mit malader Hand auftreten. „Gebrochen beim Würfelpoker“, erzählt er seinen Münchner „Schatzis“, die Wanda treu bleiben. Aber wenn die Amore ewig halten soll, braucht diese Beziehung dringend frischen Wind. Jörg Heinrich

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