Der Rentner und das Mädchen

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Nach der Entschärfung seiner letzten Bombe vor dem Ruhestand bereitet Conny Stein (Wolfgang Stumph) in Dresden das Monstrum zum Verladen vor. Das ZDF zeigt den Film um einen griesgrämigen Muffkopf und ein aufgewecktes Flüchtlingskind heute ab 20.15 Uhr. foto: zdf

Schauspieler Wolfgang Stumph tritt in dem ZDF-Film „Blindgänger“ erstmals auch als Produzent in Erscheinung. Von Klaus Braeuer.

300 Bombenentschärfungen in 2500 Einsätzen – das ist die Bilanz von Conny Stein (Wolfgang Stumph), als jetzt mit einem Präsentkorb vom Dresdner Kampfmittelräumdienst in den Ruhestand verabschiedet wird. Seine Frau Sanna (Ulrike Krumbiegel) erwartet ihn mit einer überraschenden Parisreise, die er jedoch schroff ablehnt. So beginnt der Film „Blindgänger“, der heute ab 20.15 Uhr im ZDF zu sehen ist.

Daraufhin räumt die enttäuschte Gattin erst den Kühlschrank und dann die Wohnung, um zu ihrer Freundin Christel (Inka Friedrich) zu ziehen. Derweil sucht die kleine Olga (großartig: Mia Kasalo) Unterschlupf bei Stein – das Flüchtlingskind hatte er bei seinem letzten Einsatz in einem Keller entdeckt. Olga soll nach Tschetschenien abgeschoben werden. Und so sitzt ihnen beiden der überforderte Beamte Mike Zirske (Franz Dinda) aus der Ausländerbehörde im Nacken.

„Tust Du mir nichts, tu ich Dir auch nichts“, sagt Stein zu der Bombe, an der er sich zuletzt zu schaffen macht. Stumph ist auch Koproduzent und spielt diesen Mann als griesgrämigen Muffkopf und Ordnungsfanatiker, der statt mit seinen Bomben öfter mal mit seiner Frau hätte sprechen sollen. „Der Mann braucht mal einen Gong, damit er etwas merkt“, stellt seine Gattin fest, die Krumbiegel mit großer Verletzlichkeit spielt. All die Jahre hat sie ihr Leben nach ihm ausgerichtet, damit ist nun Schluss – zumal sie prompt ihrer Jugendliebe Thomas (Götz Schubert) über den Weg läuft. Anschließend fliegt sie dann auch mit ihm nach Paris.

„Der Film ist kein Krimi und keine Komödie“, sagt Stumph (68, Ex-Kommissar „Stubbe“). „Es ist ein emotionaler und humorvoller Film, der das Leben sehr aktuell in vielen Facetten widerspiegelt. Mit Dresden bin ich unzertrennlich verbunden, es ist meine Heimatstadt. Ich sehe es als meine Aufgabe, Sachsen und die Sachsen mit Ihren Leistungen und Schnurrigkeiten im wahrsten Sinne ins Bild zu bringen. Schon als Kabarettist war mein Leitspruch: Nur wer aneckt, bringt etwas in Bewegung.“

Die Geschichte ist aktuell, nicht nur wegen der Flüchtlingsproblematik. Sondern auch weil sie ausgerechnet in der Stadt an der Elbe spielt, die derzeit auch Schauplatz der islamkritischen Pegida-Demonstrationen ist. Doch die Bilder zu Beginn des Films zeigen erst einmal das Gegenteil: eine menschenleere, weil geräumte Stadt.

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