AUSLÄNDISCHE WETTBÜROS SEHEN MICHAEL SCHULTE AUF PLATZ ACHT IM ESC-FINALE

Raus aus dem Tal der Tränen

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Ob er auch in Lissabon im Konfettiregen jubeln kann? Michael Schulte tritt für Deutschland mit „You let me walk alone“ beim ESC-Finale in Lissabon an. Er schrieb die Ballade für seinen verstorbenen Vater. Foto: Carstensen

von David Schwarz und Christof Bock. Michael Schulte soll beim Eurovision Song Contest (ESC) für Deutschland punkten.

Nach drei Pleiten gibt es erste Anzeichen, dieses Mal Grund zur Hoffnung zu haben. Wie berichtet, tritt der 27-Jährige mit der Ballade „You let me walk alone“ am 12. Mai in Lissabon an. Er hat das Lied für seinen Vater geschrieben, der vor 13 Jahren starb.

Schulte, der im niedersächsischen Buxtehude lebt, hat schon viel Bühnenerfahrung. Er war im Jahr 2012 Drittplatzierter bei „The Voice of Germany“. Damals sang er auch mit Ed Sheeran – viele seiner Fans vergleichen ihn mit dem Weltstar, dessen aktueller Hit „Perfect“ derzeit Platz 5 der deutschen Charts belegt.

Deutschland hat beim ESC in den vergangenen Jahren wenig Erfolg gehabt. In den Jahren 2015 und 2016 belegte der deutsche Beitrag den letzten Platz, 2017 den vorletzten. Einen Sieg für Deutschland hat zuletzt Lena Meyer-Landrut im Jahr 2010 mit dem Song „Satellite“ erzielt.

Bei ausländischen Wettbüros, die für viele Fans des Eurovision Song Contest ein wichtiger Gradmesser sind, stand „You let me walk alone“ am Freitagmittag auf Platz acht. Insgesamt treten in Lissabon 43 Länder an, 26 davon kommen ins Finale. Deutschland ist als einer der größten Geldgeber des Spektakels für das Finale in Portugal gesetzt. „Es ist eine sehr, sehr schöne emotionale Ballade, die es auch aufgrund der Thematik schafft, den einen oder anderen zu Tränen zu rühren“, sagte ESC-Experte Irving Wolther. „Die Schwäche des Songs ist vielleicht, dass er sehr danach klingt, was wir auch sonst so im Radio hören. Er hebt sich nicht sonderlich ab. Von daher wird die Performance ein ganz wichtiger Faktor sein. Da hat Michael Schulte noch ein bisschen Spiel nach oben.“ Thomas Schreiber, als Unterhaltungskoordinator der ARD für den deutschen ESC-Beitrag verantwortlich, legt sich nicht fest, welchen Platz Schulte in Lissabon erreichen sollte: „Entscheidend ist, dass wir uns aus dem tiefen Tal der Tränen nach oben arbeiten.“

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