„Raumausstatter des Jahres“

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Fasching im Fernsehen Nicht nur der Bischof von Limburg ist heuer Zielscheibe der Narren bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“

Von Marc-Oliver von Riegen

Der beurlaubte Bischof von Limburg sollte in diesem Jahr den Fastnachtsklassiker „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ besser nicht anschauen. Die Redner der traditionellen Fernsehsitzung, die es in dieser Form seit 1973 gibt und die heuer turnusgemäß ab 20.15 Uhr live im ZDF zu sehen ist, lesen Franz-Peter Tebartz-van Elst ordentlich die Leviten. Auch die Köpfe der Großen Koalition – neben Bundeskanzlerin Angela Merkel vor allem die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel – werden ihr Fett weg bekommen. Dieses nicht wirklich überraschende Fazit lässt sich nach der Generalprobe am Mittwochabend ziehen.

Die Traditionssendung aus dem Kurfürstlichen Schloss, die den Endspurt der Faschingszeit einläutet (siehe auch Kasten), steht unter neuer Leitung. Der bisherige Sitzungspräsident Hans-Peter Betz, der seit 1994 amtierte, hat sein Zepter als Zeremonienmeister an Andreas Schmitt abgegeben. In seiner Paraderolle „Guddi Gutenberg“ ist Betz aber noch zu sehen. Ferner mit dabei sind Kabarettist Lars Reichow (er verleiht dem Bischof von Limburg den Titel „Raumausstatter des Jahres“), der „Bote vom Bundestag“, seit 28 Jahren verkörpert von Jürgen Dietz, sowie Friedrich Hofmann alias „Till“.

Neben den eher politischen Beiträgen gibt es auch wieder viel Musik und jede Menge „Kokolores“ – Nummern, die sich vor allem mit Zwischenmenschlichem humoristisch auseinandersetzen. Auch den neuen Sitzungspräsidenten zieht es in die Bütt. Bevor die Mainzer Hofsänger traditionell die Sendung ausklingen lassen, schlüpft Schmitt in die Rolle des „Obermessdieners am Hohen Dom zu Mainz“.

Auch wenn sie durch den Kakao gezogen werden, lassen es sich Spitzenpolitiker aller Parteien nicht entgehen, selbst im Saal zu sitzen. Gleich drei Ministerpräsidenten werden erwartet. Neben der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) haben sich auch ihre Nachbarn aus dem Saarland und Hessen, die Unionspolitiker Annegret Kramp-Karrenbauer und Volker Bouffier, angesagt. Mit dabei sind laut Staatskanzlei auch Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) und die Deutsche Weinkönigin Nadine Poss. Und noch einer, dessen Name auf der Bühne wohl öfters genannt werden wird, hat sich angesagt – Ex-Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

Die Quote des Klassikers blieb in den vergangenen Jahren relativ konstant. Zwischen 2010 und 2013 lag die Zuschauerzahl im Schnitt bei rund 6,4 Millionen.

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