Prahl und Liefers gehen immer

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Der Pinguinflüsterer: Kommissar Thiel (Axel Prahl) heuert im Zoo von Münster als Tierpfleger an. Foto: WDR

„Kinder und Tiere gehen immer“ lautet ein ehernes Gesetz (nicht nur) in der Medienbranche.

Und so ist (Brillen-)Pinguin Sandy der Star im neuen ARD-„Tatort“ aus Münster. Der offensichtlich außergewöhnlich menschenfreundliche Vogel ist Insidern bereits aus diversen Shows sowie aus dem Kinofilm „Zoogeflüster“ bekannt.

Dass Sandy in „Schlangengrube“ so sehr die Blicke und Sympathien auf sich zieht, ist mit ihrer Drolligkeit aber nur zum Teil zu erklären. Dass sie und andere Tiere so auffallen, hat auch damit zu tun, dass die eigentliche Story nicht besonders fesselt – für Krimipuristen immer wieder einmal das Problem beim quotenstärksten „Tatort“-Team. Der Fall der schon todkranken Mäzenin des Münsteraner „Allwetterzoos“, die ermordet wird, weil sie herausfindet, dass exotische Tiere verschwinden, um auf dem Teller eines gestörten Medienmoguls (Robert Hunger-Bühler) zu landen, ist bei aller Skurrilität der Idee ziemlich konventionell in Szene gesetzt (Regie: Samira Radsi).

Die Autoren Stefan Cantz und Jan Hinter lassen die Kommissare die bekannten Ermittlungswege beschreiten, liefern allerlei Verdächtige aus dem Umfeld des Zoos (Direktor, Tierarzt, Tierfilmer) und legen zur Abwechslung eine Spur, die zu Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) führt. Nun ja.

Hübsch dagegen die parallel erzählte Geschichte um Karl-Friedrich Boernes Traum von der Karriere als Fernsehkoch – genau das richtige Futter für Jan Josef Liefers in seiner Rolle als Snob mit Hang zur Haute Cuisine. Und auch Partner Axel Prahl macht sich nicht schlecht als Kommissar, der als Tierpfleger getarnt undercover ermittelt.

Prahl und Liefers gehen immer – auch diese Regel gilt, zumindest für den Münster-„Tatort“. Und rettet „Schlangengrube“ vor dem Abgrund der Belanglosigkeit. Rudolf Ogiermann

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