Prägende Persönlichkeit

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Helmut Oeller. Foto: dpa

Trauer um Helmut Oeller, den langjährigen Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, der jetzt im Alter von 93 Jahren starb. Der ehemalige langjährige Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks (BR), Helmut Oeller, ist tot.

Er sei am Sonntag im Alter von 93 Jahren gestorben, teilte der BR am Montag mit. Oeller war 1971 als Fernsehdirektor berufen worden und hatte das Amt bis 1987 inne.

Intendant Ulrich Wilhelm nannte ihn eine der großen, prägenden Persönlichkeiten des Münchner Senders. Oeller baute im Zuge einer großen Reform im Jahr 1978 das bisherige Studienprogramm des BR (seit 1964) zu einem Vollprogramm aus, unter anderem mit einer eigenen Nachrichtensendung, der „Rundschau“. Damit schuf er die Grundlage für das Bayerische Fernsehen in seiner heutigen Form.

Der in Würzburg geborene Oeller war 1953 zum BR gekommen. Er entwickelte unter anderem die Idee für den Kinder- und Jugendfernsehwettbewerb Prix Jeunesse. Im Jahr 1967 ging auf seine Initiative das „Telekolleg“ auf Sendung, mit dem sich Zuschauer auf einen Schulabschluss über den zweiten Bildungsweg vorbereiten können. Zudem beteiligte Oeller sich nach BR-Angaben an der Gründung der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München, deren Leiter er später wurde.

In die Ära Oeller fiel auch die Entscheidung des BR, sich am 22. Mai 1986, wenige Tage nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, aus dem ARD-Programm auszublenden. Einige Passagen der Satiresendung „Scheibenwischer“ schienen dem BR-Fernsehdirektor „makaber und degoutant“, somit „nicht gemeinschaftsverträglich“. Die Entscheidung wurde sowohl in Bayern als auch bundesweit kritisiert und als Akt der Zensur gebrandmarkt.  mm

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