BEJUBELTES KONZERT DER BR-SYMPHONIKER ZU 25 JAHRE „STERNSTUNDEN“

Prächtiges Orchesterfutter mit Fanfaren, Walzer und Samba

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Denis Matsuev und Mariss Jansons: Der Pianist, der Dirigent und die BR-Symphoniker gingen in die Vollen. Foto: Peter Meisel

Von Gabriele Luster. Mit einer wohlbekannten, nämlich Robert Schumanns „Frühlingssymphonie“, eröffnete das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks das Festkonzert 25 Jahre „Sternstunden“ am Donnerstagabend im dicht besetzten Herkulessaal.

BR-Intendant Ulrich Wilhelm versicherte, dass die Einnahmen des Abends, inklusive der Gagen von Dirigent und Solist, der Benefizaktion zufließen, die in den vergangenen 25 Jahren 2900 Hilfsprogramme für Kinder in Bayern und der Welt mit 235 Millionen Euro unterstützt hat.

Aus diesem Anlass gingen Mariss Jansons, die BR-Symphoniker und der Pianist Denis Matsuev in die Vollen und packten zu Schumann zwei Überraschungen aus Russland und Amerika: Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini und Bernsteins Divertimento. Schon Schumanns B-Dur-Symphonie mit ihrem signalhaften Fanfaren-Beginn und dem schwungvollen Allegro wies den Weg ins kraftvoll Positive, abseits düsterer Grübeleien. Jansons spannte über das von den Streichern schmeichelnd intonierte Larghetto einen weiten Bogen. Im Scherzo mit seinen leichtfüßigen Trios setzte er kraftvolle Akzente, bevor das Finale kontrastreich gesteigert in eine furiose Stretta mündete.

Ob Denis Matsuev versonnen und träumerisch oder wuchtig und massiv in die Tasten griff, ob er zu perlenden Läufen und Girlanden oder hämmernden Akkordblöcken ausholte – das Publikum lauschte dem virtuos auftrumpfenden russischen Klavier-Star gebannt. Es ließ sich mitreißen von den auch vom Orchester rhythmisch wie klangfarblich effektvoll gemeisterten 24 Variationen des 24. Paganini-Capriccios mit irritierenden Dies-Irae-Anklängen.

Ein prächtiges Orchesterfutter schuf Leonard Bernstein 1980 zum 100. Geburtstag des Boston Symphony Orchestra. Sein als überraschende Tanz-Suite daherkommendes Divertimento lockt alle Orchestergruppen aus der Reserve. Die BR-Symphoniker und ihr aufgekratzter Chef hatten ihren Spaß am wienerisch schmachtenden Walzer, an der originellen Samba (mit Blech und Schlagzeug), am witzigen, von den Holzbläsern vorgegebenen Turkey Trot oder am zackigen Marsch mit Piccolos und Becken.

Beim begeisterten Jubel des Publikums hielt Mariss Jansons immer wieder die Partitur in die Höhe. Bernstein sei Dank für diesen elektrisierenden Geburtstagsgruß.

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