NACHTKRITIK ZUR „LOHENGRIN“-NEUINSZENIERUNG

Potzblitz

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Ein Umspannwerk dominiert optisch den neuen „Lohengrin“. Foto: Nawrath/ Bay.Festspiele

Prometheus brachte den Menschen das Feuer, dieser Held das Produkt der Stadtwerke Bayreuth: Beim Auftritt Lohengrins zuckt und funkt es im stilisierten Umspannwerk, doch die Energie dieser Inszenierung bewegt sich bestenfalls im Niedervoltbereich.

Gestern wurden die Festspiele mit einer Neuproduktion der Schwanenrittersaga eröffnet, die regietechnisch einen enttäuschenden Rücksturz in die Fünfzigerjahre bescherte.

Die Ausstattung der Kunst-Stars Neo Rauch und Lisa Roy lieferte zwar Schauwerte im Blaulicht, doch kaum Haltung zu den Figuren. Freie Bahn für Christian Thielemann, der mit dem Festspielorchester vorführte, wie sehr man das Stück im kleinen Finger hat: ein Detailbewusstsein kurz vor dem Manierismus. Piotr Beczala sang den Titelhelden als unprätentiösen Edel-Stilisten und feierte einen auch hier ungewöhnlichen Triumph. Anja Harteros (Elsa) unterliefen teils stumpfe Momente, Georg Zeppenfeld muss als Heinrich keine Konkurrenz im deutschen Bass-Fach fürchten. Hügel-Rückkehrerin Waltraud Meier gab eine klug disponierte, schleichend giftige Ortrud: Diese Frau weiß, was sie (noch) kann – und was nicht.  th

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