Popstar Natalie Imbruglia in München im intimen Kreis

Am 4. Mai im „Freiheiz“: Natalie Imbruglia aus Australien.
+
Am 4. Mai im „Freiheiz“: Natalie Imbruglia aus Australien.

Mit dem Song „Torn“ gelang Natalie Imbruglia 1997 ein Welthit – zuvor war die Australierin als Darstellerin in der Seifenoper „Neighbours“ bekannt.

Auch heute erfindet sie die Künstlerin immer wieder neu. Am 4. Mai tritt sie im „Freiheiz“ in München auf.

-Was hat Sie besonders daran gereizt, Unplugged-Versionen Ihrer Songs zu spielen?

Sie sind nicht komplett unplugged, würde ich sagen, aber sie sind definitiv mehr auf das Wesentliche heruntergebrochen. Ich wollte schon immer eine Tour wie diese machen. Es ist eine Gelegenheit für mich, ein Dankeschön an die Fans. Es wird Songs geben, die sie seit Jahren hören wollten, die ich aber während eines normalen Sets nicht spiele. Aber natürlich werde ich darauf achten, dass ich auch die Singles spiele, die sie von mir erwarten (lacht). Es ist einfach intimer, im kleineren Rahmen, näher an den Fans. Das wird auch für mich etwas neues. Etwas besonderes.

-War es ein schwieriger Prozess, Ihre eigenen Songs als Akustikversionen neu zu arrangieren?

Ich denke, wir waren da sehr sorgfältig und haben darauf geachtet, Songs zu vermeiden, von denen wir dachten, dass sie als Akustikversion nicht funktionieren würden. Wir hatten aber so eine große Auswahl, dass das die Entscheidungen etwas erleichtert hat. Und bisher hat aber alles, was wir zu adaptieren versucht haben, auch funktioniert. Wir sind sehr glücklich damit, wie es klingt, deshalb sehe ich für die Tour keine Probleme vorher. Es ist eine große Überraschung – sogar Songs wie „Big Mistake“ funktionieren in dieser Form. Tatsächlich hat es richtig Spaß gemacht, zu experimentieren.

-Worauf freuen Sie sich bei dieser ungewöhnlichen Tour besonders?

Ich denke, eine Verbindung mit dem Publikum herzustellen, wie ich normalerweise nicht die Gelegenheit dazu habe. Es ist etwas ganz besonderes, wenn man einen Künstler in dieser Form auftreten sieht. Deshalb freue ich mich sehr, das anbieten zu können. Außerdem spiele ich diese Songs seit so vielen Jahren – da ist es auch für mich interessant, sie mal auf eine andere Art zu erleben.

-Inwiefern ist Ihre Beziehung zum Publikum eine andere bei einem Akustik-Konzert?

Oh, ich bin mir sicher, dass es etwas ganz anderes wird. Das liegt daran, dass es einfach persönlicher ist. Deshalb wird es am Anfang wahrscheinlich auch noch etwas unheimlich, aber ich bin mir sicher, dass es Spaß machen wird. Manchmal, wenn man in einem riesigen Raum voller Menschen spielt, ist es zwar immer noch fantastisch, aber… Nun, ich erinnere mich an ein Konzert von Ed Sheeran in L.A., bevor er ein Megastar wurde. Das war in einem kleineren, kneipenähnlichen Etablissement, und es war so wunderbar, ihn in so einem intimen Rahmen zu erleben.

-Da ist man als Künstler seinem Publikum aber auch ziemlich ausgeliefert, oder?

Ja, weil man doch sehr auf dem Präsentierteller sitzt. Aber ich denke, ich habe das schon eine Weile gemacht, und ich bin da ganz zuversichtlich. Es macht mir nicht zu viel Angst! (lacht)

-Sie werden auch einige Songs von ihrem letzten Album „Male“ spielen. Darauf adaptieren Sie ausschließlich Lieder von männlichen Kollegen – Leute wie Cat Stevens, Tom Petty, und sogar Daft Punk. Was steckt dahinter?

Ursprünglich hätten es einfach nur meine Lieblingskünstler sein sollen, also Männer und Frauen. Aber dann hat es mir mehr Spaß gemacht, männliche Künstler zu covern. Ich dachte mir, bei Frauen werden am Ende nur die Gesangsstile verglichen. Es ist viel schwieriger für eine Frau, eine andere Frau zu covern. So macht es mehr Spaß, und ist etwas verspielter. Wenn man sozusagen das Geschlecht wechselt, hat man automatisch eine ganz eigene Interpretation des Songs.

-Nach welchen Kriterien haben Sie die Lieder für das Album ausgewählt?

Das war ein langer Prozess. Manche Songs, die dir so gut gefallen, dass du sie adaptieren willst, funktionieren nicht so gut mit deiner Stimme. Worauf wir definitiv geachtet haben, war, dass die Lieder Geschichten erzählen. Da habe ich mir auch Vorschläge meines Produzenten angehört. Und dann gab es noch Songs, die ich schon lange mag. Zum Beispiel „Instant Crush“ von Daft Punk, den ich unbedingt spielen wollte. Da finde ich den Text so interessant, aber das war mir in der Daft-Punk-Version nie aufgefallen. Deswegen steht er in meiner Version etwas mehr im Vordergrund.

Interview: Marian Meidel

Kommentare