Panne auch im zweiten Anlauf

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ARD . Wieder gelang es „Quizduell“-Machern nicht, die Smartphone-Nutzer an der Sendung zu beteiligen.

Von Carsten Rave

Nach dem verpatzten Start vom Montag (wir berichteten) sollte die ARD-Vorabendsendung „Quizduell“ eine zweite Chance bekommen, doch auch gestern Abend ist die ersehnte Zusammenführung von Fernsehen und Internet nicht geglückt. Die vier Studiokandidaten spielten erneut gegen das Saalpublikum und nicht wie ursprünglich geplant gegen Smartphone- oder Tablet-Nutzer aus ganz Deutschland, die sich die „Quizduell“-App heruntergeladen haben. Technische Probleme hatten „das größte TV-Experiment“, wie Moderator Jörg Pilawa es bezeichnete, am Montag bei der Premiere zunichte gemacht. Sie waren auch am Dienstag nicht behoben.

Warum sich die App-Nutzer nicht live an der Show beteiligen können, war gestern bis zum Abend unklar. Es werde weiter fieberhaft Ursachenforschung betrieben, sagte ein Sprecher der ARD-Programmdirektion. Ob wirklich ein Hackerangriff der Grund für die technischen Probleme am Montagabend gewesen sei, wie von Moderator Pilawa in der Sendung verkündet, war offen. „Zur Premiere hatten wir einige Pannen, vor allem aber haben wir eine unterhaltsame Quizshow mit einem hervorragenden Moderator gesehen“, teilte ARD-Vorabendkoordinator und NDR-Programmdirektor Frank Beckmann am Dienstag mit. „Das Risiko war hoch, das war allen Beteiligten klar. Die Idee des „Quizduells“ bleibt aber gut – wir bleiben dran.“

Das Publikumsinteresse an der Premiere am Montag war überschaubar. Lediglich 1,61 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 9,1 Prozent) hatten am Montag gegen 18 Uhr die Botschaft von Moderator Jörg Pilawa verfolgt, dass ein einziger Hacker 15 000 Server lahmgelegt habe. Der 48-Jährige nahm es mit Humor und sprach seinen „Glückwunsch für diese Leistung“ aus, außerdem lud er ihn in die Show ein – „wenn er einen Hintern in der Hose hat“, und versprach „keine juristischen Konsequenzen“.

„Wenn die technischen Probleme nicht gelöst werden, dann ist das Experiment gescheitert“, ergänzte Pilawa nach der Montagssendung. Die App-User sollten gegen vier Studiokandidaten spielen. 187 000 Mal sei die neue aufs TV zugeschnittene „Quizduell“-App heruntergeladen worden, berichtete der Moderator noch stolz zu Beginn der Sendung, die drei Wochen lang werktäglich im Programm vorgesehen ist. Statt gegen das „Team Deutschland“ spielten die vier Kanidaten, ein Lehrerteam aus Hamburg, gegen das Studiopublikum, das am Ende auch gewann.

Wie der Internetdienst „Meedia“ berichtet, könnte auf die ARD im Zusammenhang mit dem Hackerangriff noch größerer Ärger zukommen. So sei es möglich gewesen, auf die Namen, Wohnorte, Geburtsdaten und sogar Mailadressen der App-Nutzer zuzugreifen. Von den knapp 190 000 potenziellen Mitspielern seien 50 000 betroffen gewesen, so „Meedia“ unter Bezug auf das Sicherheitsportal „Heidse Security“.

Spannend wird jetzt vielleicht auch für den Privatsender ProSieben, der am Donnerstag (22. Mai) seine neue interaktive Musikshow „Keep Your Light Shining“ starten will. Auch in ihr sollen die Zuschauer mit einer App ins Geschehen eingreifen.

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