Ohne Schnörkel

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Ana Schwedhelm

Dvořáks „Rusalka“ in der Pasinger Fabrik. Das Bild weckt hohe Erwartungen: Eine weiße Mondscheibe, per Video zuweilen schrundig belebt und bewegt oder als Leinwand genutzt, dominiert die Bühne.

Davor ragt aus dem imaginären See ein kleiner Fels, dahinter krümmt sich ein Prospekt aus wirrem Geäst, über das zauberische Lichtspiele (Marc Molinos) huschen. Ein stimmiger Rahmen für Antonín Dvořáks Oper „Rusalka“ in der Pasinger Fabrik. Regisseurin Julia Dippel, die auch fürs Bühnenbild verantwortlich zeichnet, verfertigte eine deutsche Textfassung. Sie erzählt die Geschichte ohne Schnörkel und aktuelle Bezüge.

Das funktioniert auf der kleinen Bühne gut, zumal die Umbauten mit ein paar Handgriffen der Akteure rasch bewerkstelligt werden. So wird, zumal der Chor ins Off verbannt ist, der Kammerspielcharakter unterstrichen. Eher bemüht wirken die wiederholten ausdruckstänzerischen Aktionen dreier „Rheintöchter“. Ein bisschen komisch ist auch der Auftritt des Wassermanns, ein Medusenhaupt ziert ihn, das albern mit den Wimpern klimpert. Gut gelöst ist die im Schattenriss erscheinende Liebesszene (Kostüme: Katharina Raif). Dass sogar die Szenen mit Heger und Küchenjunge gut ankommen, liegt an Letzterem. Carolin Ritter rückt ihn mit hellem Sopran und Charme in die erste Reihe. In der Titelrolle: Ana Schwedhelm . Ihr eher kühler Sopran verfügt über genügend Kraft für die dramatischen Aufschwünge, lässt aber leider den lyrischen Schmelz vermissen. Andreas Stauber ist in Stimme und Statur angeht ein trefflicher Prinz. Philipp Gaisers Wassermann gerät im Laufe des Abends zunehmend an die Grenzen seines schlanken Basses. Annette Luboschs Ježibaba schlägt scharfe Hexen-Töne an. Dass die Sänger zum Forcieren neigen, liegt an Andreas Pascal Heinzmann, der die Fassung selbst erstellt hat und seine zehn Musiker dramatisch auftrumpfen lässt, dabei kaum Raum für lyrische Kantabilität gewährt. Trotzdem großer Applaus. gabriele luster

Weitere Vorstellungen

bis 16. August;

Telefon 089/ 82 92 90 79.

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