Ohne Schnickschnack

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The Kooks in der ausverkauften Münchner Tonhalle. Selten eine so junge Band erlebt, deren Lieder schon alles (aus-)sagten und die keinen darüber hinausgehenden Schnickschnack nötig hat.

The Kooks traten in der ausverkauften Münchner Tonhalle auf, und es wurde ein Fest. Ein Fest der Musik.

Dieser Mann wirkt wie der klassische Vertreter des Britpops: Wuschelhaare, schlaksig, lässig, unbekümmert. Und genauso singt Luke Pritchard auch. Gut, manches Mal beginnt der 29-Jährige einen Halbton zu hoch, ein anderes Mal einen zu tief. Aber er fängt sich immer schnell, kokettiert mit knackigen Laut-Leise-Kontrasten und spielt frech und süffisant mit Tiefen und extremen Höhen.

Seinem Spürsinn für gesangliche Kunststückchen und Witzeleien ist es dann auch zu verdanken, dass der totgenudelte Überhit „She Moves In Her Own Way“ wieder spannend wird. Die nur von ihm am Klavier vorgetragene Schnulze „See Me Now“, ein Teil des Zugabenblocks, sollte man allerdings ausklammern. Ein Ausrutscher.

Seine Band aber verdient mindestens ebenso viel Respekt wie er. Sie hält Pritchard nicht nur musikalisch den Rücken frei und sorgt dafür, dass er Zeit für solche Sperenzchen hat und alles trotzdem tanzbar bleibt. Ihren eigenen Hang zu Improvisationen dürfen die restlichen drei Herren aus Brighton dann beim erfrischenden „Down“ zeigen. Oder sie geben wie zur Belohnung bei „Always Where I Need To Be“ ordentlich Dampf. Dabei fällt vor allem der neue Schlagzeuger auf. Alexis Nunez treibt gerade bei der Dance-Hymne „Westside“ vom aktuellen Album „Listen“ die Gruppe voran, Hugh Harris an der Gitarre und Peter Denton am Bass stürzen sich begierig auf seine Vorgabe. angelika mayr

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