Mit Mops und Lebensfreude

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Christiane Hörbiger über ihr Drama „Bis zum Ende der Welt“, das die ARD heute ab 20. 15 Uhr zeigt.

Die ehemalige Musikerin Maria Nikolai (Christiane Hörbiger) lebt in Hamburg. Seit kurzem wohnt in ihrem Haus auch eine Roma-Familie. Maria sind diese Leute zu laut und zu wild. Dann lernt die Witwe den 16-jährigen Roma Bero besser kennen, erkennt sein Musiktalent und beschließt, ihm Unterricht zu geben. Die ARD zeigt „Bis zum Ende der Welt“ heute ab 20.15 Uhr im Rahmen ihrer Themenwoche „Toleranz“. Wir sprachen mit der Österreicherin Hörbiger über ihre herausfordernden Rollen, ihren Ausgleich zur Arbeit und ihre Hunde.

-Was hat Sie bei der Zusammenarbeit mit Roma und Sinti bei „Bis zum Ende der Welt“ beeindruckt?

Wunderbar für mich zu erleben war diese Lebensfreude, die diese Menschen mit sich bringen. Sie haben eine große Heiterkeit. Das ist etwas so bestechendes, und ich glaube, sie nehmen das Leben leichter als wir.

-Zuletzt haben Sie eine Reihe wichtiger Filme wie „Stiller Abschied“ gemacht. Kommt für Sie jetzt ein gutes Angebot nach dem anderen?

Sie haben Recht, das sind alles besondere Filme, und die verdanke ich dem Produzenten Markus Trebitsch und der Produktionsfirma Degeto. Die Filme behandeln gesellschaftlich relevante Themen wie Alkoholsucht und Alzheimer-Krankheit – und wenn das vom Sender so gesehen wird, ehrt mich das.

-Haben Sie sich diese Zeit so arbeitsintensiv vorgestellt?

Ich habe nie zu träumen gewagt, dass ich mit jetzt 76 Jahren noch so wunderbare Rollen bekomme. Bei mir ging es eigentlich ab dem 70. Lebensjahr erst los. Jede Rolle ist für mich eine Herausforderung. Das sind alles Themen, die einen Film verdienen und auch etwas in der Gesellschaft bewegen können.

-Was ist für Sie ein Ausgleich zur Arbeit?

Ich überlege mir, einen zweiten Mops zu nehmen. Und sage ich mir aber, dann höre ich mit der Arbeit auf, dann mache ich gar nichts mehr. Das Problem ist: Da ich momentan so wunderbare Angebote bekomme, kann ich nicht von der Arbeit loslassen.

-Was passiert dann mit den Hunden?

Der zweite Mops kommt. Er muss halt wegen der Arbeit ins Mops-Hotel, so wie mein Mops Loriot. Das sind Trennungen für sechs Wochen – da sehe ich ihn nicht, aber das ist für mich zu schaffen.

-Ihre Figur in dem Film „Bis zum Ende der Welt“ ist die Witwe eines Pianisten, die alleine lebt. Hatten Sie schon einmal die Befürchtung vor Alterseinsamkeit?

Überhaupt nicht! Ich habe das Glück, einen Lebenskameraden zu haben. Ich habe das Glück, dass mein Sohn in der Hauptsache in Wien lebt und arbeitet, auch wenn er manchmal nach Amerika reisen muss. Auch meine zwei Schwestern leben in Wien. Das ist wunderbar!

-„Bis zum Ende der Welt“ läuft in der Woche „Toleranz“. Haben Sie einmal Intoleranz erfahren?

Ich habe einmal die Bühne verlassen, weil ein Kollege vom Regisseur schlecht behandelt worden ist. Damals bin ich aus Wut und auch aus Solidarität nach Hause gegangen. Das ist mir nicht gut bekommen, und der Regisseur hat danach kein Wort mehr mit mir gesprochen, aber ich musste auch nie wieder mit ihm arbeiten. In der Situation waren die Leute damals sicherlich tolerant mit mir.

Das Gespräch führte

Wolfgang Wittenburg.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare