INTERVIEW MIT ALEX DIEHL

„Meiner Meinung nach war das der stärkste Song“

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Kandidat der Herzen: Alex Diehl wurde 2016 beim Vorentscheid Zweiter. Foto: Sigi Jantz

Mit seinem Song „Nur ein Lied“, den er unter dem Eindruck des Terroranschlags am 13. November 2015 in Paris schrieb und zunächst bei Facebook veröffentlichte, trat Alex Diehl vor zwei Jahren beim ESC-Vorentscheid an und musste sich am Ende nur Jamie-Lee Kriewitz geschlagen geben.

Wir sprachen mit dem 30-jährigen gebürtigen Traunsteiner über „Unser Lied für Lissabon“.

-Wäre Michael Schulte auch Ihre Wahl gewesen?

Ja, wäre er. Meiner Meinung nach war das der stärkste Song, eine tolle Ballade, schön arrangiert, mit schönem Text und einer eigenen, persönlichen Geschichte.

-Hat der Titel im Finale Chancen?

Warum nicht? Im vergangenen Jahr hatte ich beim portugiesischen Beitrag „Amar pelos dois“ Tränen in den Augen und dachte zugleich: Niemals hat dieser Song eine Chance gegen den typischen ESC-Sound. Am Ende hat er doch gewonnen, es war ein Sieg für die Musik. Wenn Michael Schulte seine Nervosität ablegt und wirklich aus dem Herzen singt, dann wird „You let me walk alone“ sehr viele Menschen berühren und auf einem der ersten zehn bis 15 Plätze landen.

-Was sagen Sie zur Show, zu den Moderatoren und den Jurys?

Es war ein krasser Anblick, die vielen Leute, die da an der Abstimmung beteiligt waren. Aber die Mischung ist nicht schlecht, es ist ja interessant, dass sowohl die beiden Jurys als auch das Publikum Michael Schulte die maximale Punktzahl gegeben haben. Die Moderation war ehrlich gesagt nicht so mein Geschmack, an Barbara Schöneberger kommen Linda Zervakis und Elton nicht heran. Ich fand die Sendung insgesamt nicht sehr spannend und irgendwie wackelig auf den Beinen.

-Wie sieht im Rückblick Ihre eigene ESC-Bilanz aus?

Mit einem selbst komponierten und getexteten Song am Start zu sein, der gar nicht für den ESC gedacht war, hat mich damals viel Überwindung gekostet. Aber es hat mir viel gebracht, auch wenn meine Botschaft nicht jedem gepasst hat. Meine Konzerte waren danach besser besucht, ich hatte und habe dadurch mehr Aufmerksamkeit. Ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte, und würde jederzeit wieder antreten.

Das Gespräch führte Rudolf Ogiermann.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare