ULRICH PLEITGEN IST IM ALTER VON 71 JAHREN GESTORBEN

Liebenswert kantiger Typ

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Ulrich Pleitgen starb in Hamburg. Foto: Gabbert/ dpa

Von Thomas Müller. Bis ins Rentenalter hinein schien er sich in der Lederjacke wohler zu fühlen als im Anzug.

Ulrich Pleitgen spielte gerne kantige Typen, mal liebenswerte Käuze, mal harte Kerle, aber immer mit Haltung. Nun ist der Schauspieler im Alter von 71 Jahren an Herzversagen gestorben. Das teilte seine Agentin Regine Schmitz am Freitag mit.

Geboren in Hannover, war Pleitgen – entfernt verwandt mit dem Journalisten Fritz Pleitgen – auf der Bühne („Schauspieler des Jahres“ 1984) ebenso zu Hause wie im Kino und im Fernsehen. Zuletzt war er 2016 als Großvater und Ökoaktivist in „Immer Ärger mit Opa Charly“ im Ersten zu sehen. Damals hatte er zu seiner Rolle erklärt, dass er eine Parallele zu sich selbst sehe: „Auch ich habe keine Lust, im Kopf alt zu werden, und bin aktiv.“

Seinen wohl größten Erfolg im Kino hatte der Schauspieler im mit einem Goldenen Bären ausgezeichneten Film „Stammheim“ von Reinhard Hauff aus dem Jahr 1986 nach einem Drehbuch von Stefan Aust, in dem er den Richter Theodor Prinzing verkörperte. Zu seinen wichtigsten Fernseharbeiten gehören die Rollen als Kriminalhauptkommissar Matthias Sander in „K3 – Kripo Hamburg“, als Kapitän zur See Wolfgang Schefer in der Serie „Nicht von schlechten Eltern“ und sein Apotheker Johannes Kleist in „Familie Dr. Kleist“. Daneben arbeitete er auch als Sprecher für Hörbücher und Hörspiele. Für das Hörbuch „Die Nadel“ von Ken Follett konnte Pleitgen vor zwei Jahren die Goldene Schallplatte in Empfang nehmen.

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