Leidenschaft, Tod – und Witziges

Garmisch-Partenkirchen: Das Richard-Strauss-Festival widmet sich den Tondichtungen. von Tanja Brinkmann.

Mit wenigen Noten, einem einzigen Akkord vermittelt Richard Strauss Emotionen, die seine Zuhörer zu Tränen rühren. „Das gelingt keinem anderen Komponisten“, meint Kammersängerin Christa Ludwig. „Phänomenal“ nennt die gebürtige Berlinerin sein Werk. Seit frühester Jugend ist sie damit vertraut. Für ihren Einsatz für Strauss und sein Werk wird Christa Ludwig nun bei der Eröffnung des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen (20. bis 27. Juni) geehrt. Die Auszeichnung ist eine unter unendlich vielen, aber doch eine ganz besondere. Schließlich bedeutet ihr der Künstler sehr viel. Und deshalb hat sie auch zugesagt, den Meisterkurs zu leiten.

Seinen Tondichtungen widmet sich in diesem und den beiden Folgejahren das Strauss-Festival – in chronologischer Reihenfolge. Mit seinem Erfindungsreichtum begeistert der Komponist Festival-Intendantin Brigitte Fassbaender stets aufs Neue. „Schon der ganz junge Tondichter bewies mit ,Don Juan‘, ,Macbeth‘, ,Tod und Verklärung‘ und der selten gehörten Sinfonischen Fantasie ,Aus Italien‘ frühe Meisterschaft“, meint die Festival-Intendantin. Motto für diese Werke heuer: „Von Leidenschaft und Tod“.

Für Christian Wolf und Jürgen May vom Strauss-Institut ist Fassbaenders Ansatz ein sehr spannender. Vor allem einer, der ihnen erlaubt, dem Publikum die Musik des Künstlers auf immer anderen Wegen zugänglich zu machen. Einer davon ist sicher der Abend mit dem Sinfonieorchester Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura. Die Musiker untermalen den Stummfilm „Der Rosenkavalier“, der erst jüngst nach dem neuesten Stand der Technik rekonstruiert wurde. Institutsleiter Wolf zählt zu den Stars des Festivals Angelika Kirchschlager, die neben einem Liederabend auch im Künstlergespräch zu erleben ist, die King’s Singers, die mit klassischen und aktuellen Titeln nach Garmisch-Partenkirchen kommen, und das Nationale Symphonieorchester des polnischen Rundfunks, das unter der Leitung von Alexander Liebreich einen reinen Strauss-Abend gestaltet.

„So geballt können die Zuhörer seine Musik nur hier in Garmisch-Partenkirchen erleben“, sagt Wolf. Lachen sei beim Klassik-Kabarett mit „Bidla Buh“ garantiert, verspricht er. Das Trio hat sich zwar auch eine Strauss-Nummer vorgenommen, ist ansonsten aber nicht allein auf diesen Künstler fixiert.

Durch Termine wie diesen hofft er, neue Zuhörer anzusprechen. Mögliche Hemmschwellen abbauen – das soll auch beim großen Abschlussfest unter dem Motto „Strauss für alle“ geschehen. „Das ist die Fortsetzung der Idee, einen Programmteil zu bieten, der frei zugänglich ist“, erklärt Christian Wolf. Das Promenadenkonzert mit der „Wilden Gungl“ im vergangenen Jahr sei ein voller Erfolg gewesen. Heuer erhoffen sich er und May einen ähnlich guten Zuspruch, wenn das Salonorchester Werdenfels und die Brass Band München in lockerer Atmosphäre mit musikalischen Überraschungen aufwarten.

Informationen:

Das Festival läuft vom 20. bis 27. Juni; www.richard-strauss-festival.de, Karten: 089/ 54 81 81 81.

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