Kuriose Selbstporträts

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Großes Ego oder ganz bescheiden: Die vom Münchner Journalist Gunther Matejka gesammelten Selbstbildnisse von Weltstars verraten viel über den Charakter der Künstler. Foto: DPA

„Take it to the Louvre! “ in der Städtischen Galerie in Regensburg.

Die Ausstellung „Take it to the Louvre!“ in der Städtischen Galerie in Regensburg zeigt ab Sonntag mehr als 150 Selbstporträts von Musikern – und offenbart viel über deren Charakter.

Musikjournalist Gunther Matejka hatte über 20 Jahre lang Künstler bei Interviews gebeten, ein Selbstporträt zu zeichnen. Alles begann mit Alice Cooper: Die Rock-Legende kritzelte 1992 mit blauem Kuli das erste Werk für die Sammlung. „Er hatte damals ein Konzeptalbum herausgebracht, das auf Comiczeichnungen basierte“, erklärt Matejka. Im Gespräch fragte er Cooper, ob er bereit wäre, ein Selbstbildnis zu skizzieren. Das Ergebnis ist beeindruckend: Innerhalb weniger Minuten hatte der Musiker eine Profilansicht von sich aufs Papier gebracht.

„Daraus entstand die Idee, das zur letzten Frage jedes Interviews zu machen“, so der Münchner Journalist. Die kuriosen Ergebnisse sammelte er in einer Mappe. Phil Collins als Strichmännchen mit übergroßen Drumsticks oder ein barfüßiger Matthias Reim mit Haarmatte und „Verdammt“-Schriftzug-Kette um den Hals. Alle Bilder wurden frei aus dem Kopf gemalt, niemand bekam einen Spiegel. So wurden die Zeichnungen gleichzeitig zur Psychoanalyse. „Man sieht auf einen Blick, wie es um das Ego gestellt ist“, erklärt Matejka. Für die Ausstellung namensgebend sei die Notiz auf der Zeichnung von Jazzlegende Al Jarreau gewesen, der über sein Strichmännchen schrieb: „Take it to the Louvre!“ Die Besucher können in der Städtischen Galerie auch überprüfen, wie es um ihr eigenes Ich bestellt ist: Auf einem Tisch sind Papier und Stifte ausgelegt. Zu sehen ist die Strichführung der Weltstars bis Anfang März. Amelie Richter

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