Kunstfigur Babs

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Barbara Schöneberger,. Münchner Philharmonie.

Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara? Für die Fans von Barbara Schöneberger ist das keine Frage: Bitte so schnell wie möglich! Sie feierten die Fernsehblondine in der fast ausverkauften Philharmonie für ein unterhaltsames Konzert, bei dem Babs quasselstrippte, sang, Kartoffelsalatwerbung machte und bemerkenswerte Kleider trug. So richtig satt machte sie dennoch nicht – genau wie Kartoffelsalat aus der Kühltheke.

Natürlich bleibt die Schönebergerin eine wunderbare Entertainerin. Doch 2007 im Herkulessaal begeisterte sie deutlich mehr. Damals fuhr sie ein 18-Mann-Orchester auf, lieferte eine glamouröse Show. Diesmal war’s sparsamer, „Orchester ist zu teuer“, ulkte sie. Die Fünf-Mann-Band spielte prima. Doch viele ihrer Songs zwischen Chanson und Swing schreien geradezu nach üppiger Verpackung. Und Nancy Sinatras Bond-Hymne „You Only Live Twice“ ist mit Quietsche-Geigen aus dem Synthie allenfalls das halbe Vergnügen.

Während Frank Ramonds Texte bei Ina Müller so klingen, als würde Ina mitten aus ihrem Leben singen, bleibt Barbara harmlos, heiter und distanziert. Sie spielt die Kunstfigur Babs aus dem Fernsehen, die echte Schöneberger spürt man nicht. Aber Schluss mit Schimpfen: Lustig ist es allemal, wenn sie sich im unsagbaren pinken Fummel als „Barbara Beautymountain“ auf die Schippe nimmt und wenn sie fordert „Meine Hand braucht ’nen Diamant“. Der Verdacht bleibt: Diese tolle Frau kann viel mehr, als sie gezeigt hat. jörg heinrich

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