Kultur in Kürze

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Elton-John-Musical in Ungarn abgesetzt. Nach einer homophoben Kampagne in der regierungsnahen ungarischen Zeitung „Magyar Idök“ hat Ungarns Staatsoper Vorstellungen des Musicals „Billy Elliot“ abgesagt.

Das Stück von Elton John und Lee Hall handelt vom Schicksal eines Elfjährigen im Großbritannien der Achtziger. In der Vorlage geht es auch um Homosexualität. Ein Sprecher der Oper erklärte, dass das Musical nicht ganz abgesetzt wurde, sondern nur 15 von 44 Vorstellungen. Grund sei das zurückgegangene Interesse der Zuschauer, was man auf die Kampagne zurückführe. Das Musical, das 2016 in Budapest Premiere hatte, bleibe aber im Repertoire. „Magyar Idök“ hatte geschrieben, das Stück verführe Jugendliche zur Homosexualität. Operndirektor Szilveszter Okovacs, der als Anhänger der rechtsnationalen Regierung gilt, rechtfertigte die Inszenierung mit dem Argument, man habe die homosexuellen Aspekte in den Hintergrund gerückt.

Clayderman plant Konzerte in Teheran

Der französische Pianist Richard Clayderman will in der kommenden Woche sechs Konzerte in der iranischen Hauptstadt Teheran geben. „Ich fühle mich geehrt, im Iran zu sein und zum ersten Mal vor den gastfreundlichen Persern spielen zu können“, sagte der 64-Jährige. Er habe für das Publikum auch einige Überraschungen dabei – zuvor müsse er aber die endgültige Genehmigung für die Konzerte in der Grand Music Hall mit dem Außen- und Kultusministerium koordinieren. Der Franzose ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Instrumentalmusiker im Gottesstaat Iran. Seine Musik ist in vielen Restaurants und Cafés – und in fast allen Hotel-Fahrstühlen des Landes – zu hören. Der Klerus und das islamische Establishment gelten nicht als musikfreundlich, aber leichte instrumentale Musik wie die von Clayderman wird toleriert. Konzerte brauchen jedoch eine Extra-Erlaubnis, weil sie als unislamisch gelten.

Brexit verhindert King-Crimson-Tour

Die englische Progressive-Rockband King Crimson hat wegen des Brexits die Europatour zum 50. Jubiläum im nächsten Jahr abgesagt. Grund sei, dass es derzeit keine klaren Pläne für Arbeitsmigranten wie die Musiker gebe und nicht klar sei, ob Visa nötig seien. „Die Formalitäten und die Bürokratie, Visa für alle acht Mitglieder von The Beast (King Crimsons Spitzname; Anm. d. Red.) plus für etwa zwölf Helfer in jedem Land zu arrangieren, sind nicht praktikabel“, teilt Gitarrist und Bandleader Robert Fripp mit. Steve Bullock – ein früherer Verhandlungsführer der britischen Regierung bei der EU in Brüssel, der zum Tonmeister umgesattelt hat – kommentiert die Entscheidung bei Twitter: „Wie vorhergesagt, schadet der Brexit Musikern und bedroht einen wichtigen britischen Export.“ Am 16. und 17. Juli spielen King Crimson in der Münchner Philharmonie; Restkarten unter Telefon 01806/ 57 00 70.

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