Kultur in Kürze

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„Besonderes Objekt“ in der Glyptothek. Ihn würde man gern kennenlernen, diesen jungen Mann mit den großen, versonnenen Augen und dem leichten Silberblick, der ebenfalls großen, aber feinen Nase und dem archaischen Lächeln, das sich wohl Leonardo da Vinci für seine „Mona Lisa“ abgeschaut hat.

Das Wesen des Römers werden wir nicht tiefer erfassen können – eine Begegnung ist indes möglich: Der Marmorkopf, um 400 n. Chr. entstanden, ist in der fulminanten Porträt-Ausstellung „Charakterköpfe“ (bis 30.9.) in der Münchner Glyptothek zu erleben. Das Werk, das diesen nicht mehr identifizierbaren Mann schildert, wurde jetzt vom Museumsteam zum „besonderen Objekt“ erkoren. In der morgigen Führung   „Christentum im Römischen Reich“ (18 Uhr) wird der stellvertretende Museumsdirektor Christian Gliwitzky über den Kopf sprechen und von der Zeit damals erzählen. In dieser Ära wurde das Christentum gerade zur Staatsreligion, forciert vom Kaiserhaus und dessen Hofstaat. Im Gegensatz dazu wollten gerade die Adeligen aus dem Umkreis des Senats, die eigentlich kein religiöses Interesse mehr hatten, an den alten Göttern festhalten – diese standen schließlich für die gloriose Vergangenheit Roms. (Glyptothek, Königsplatz, Di.-So. 10-17 Uhr.)   sida

Ärger vor Aufführung von „Mein Kampf“

Vor der umstrittenen Theater-Aufführung von George Taboris „Mein Kampf“ in Konstanz sind Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Diese würden nun geprüft, sagte ein Sprecher. Vor der Premiere am Freitag gibt es Kritik, da das Schauspielhaus für Besucher freien Eintritt anbietet, die ein Hakenkreuz-Symbol im Saal tragen. Wer dagegen eine Karte kauft, könne einen Davidstern als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft tragen. Das Tragen von Hakenkreuzen ist in der Öffentlichkeit grundsätzlich eine Straftat. Im Fall des Theaterstücks prüft die Staatsanwaltschaft nun, ob eventuell die Kunstfreiheit eine Rolle spielen könnte. Auch die Tatsache, dass das Premierendatum auf den Geburtstag von Adolf Hitler fällt, sorgt für Streit. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz haben zum Boykott aufgerufen. Das Theater teilte mit, wer das Datum als Provokation empfinde, könne die Karte zurückgeben. Mit der Freikarten-Idee habe man zeigen wollen, wie leicht Menschen bestechlich seien.

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