DIANA KRUGER IN CANNES AUSGEZEICHNET

Kultur in Kürze

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Diane Kruger am Sonntag bei der Preisverleihung. DPA

Riesen-Erfolg für den deutschen Film in Cannes: Diane Kruger hat am Sonntagabend beim Filmfestival in Südfrankreich den Preis als beste Schauspielerin gewonnen.

Die 40-Jährige wurde für ihre überragende Leistung in Fatih Akins NSU-Drama „Aus dem Nichts“ ausgezeichnet. Gerührt nahm die in Niedersachsen geborene Kruger die Trophäe entgegen.

Kruger spielt überwiegend in großen Hollywood-Produktionen mit. Ihre Rolle in Akins Film war die erste große in einer deutschen Produktion. Sie spielt in dem Drama eine Mutter, deren kurdischstämmiger Mann und Sohn von Neonazis ermordet werden. Das blonde Ex-Model sagte zuletzt, der Film habe ihr „Leben verändert“. Es ist der erste Preis für eine deutsche Hauptdarstellerin seit 1986. Damals gewann Barbara Sukowa für Margarethe von Trottas „Rosa Luxemburg“.

Insgesamt gab es bei den Filmfestspielen in diesem Jahr viel deutschsprachige Präsenz: Im Wettbewerb hatten Filmemacher Fatih Akin aus Hamburg und der Österreicher Michael Haneke um die Preise konkurriert, und in einer Nebenreihe zeigte Valeska Grisebach ihr Werk „Western“. Darüber hinaus gehörte die Regisseurin Maren Ade („Toni Erdmann“) zur internationalen Jury.

Die Goldene Palme für den besten Film ging überraschend an die Gesellschaftssatire „The Square“ des Schweden Ruben Östlund. Im Mittelpunkt steht ein Museumskurator, der sich selbst als weltoffen gibt – dann aber zunehmend als bigott und machohaft entlarvt wird. Das Werk wird so zu einer Abhandlung über Vertrauen, gesellschaftliche Werte und Doppelmoral. Es ist die erste Goldene Palme für Schweden.

Überhaupt wurden für Cannes ungewöhnlich viele Filme mit politischem Inhalt ausgezeichnet: Der Große Preis der Jury – die zweitwichtigste Auszeichnung – ging an das berührende Werk „120 battements par minute“. Der französische Regisseur Robin Campillo erzählt darin von Aids-Aktivisten zu Beginn der Neunziger-Jahre, die um Aufklärung und lebensnotwendige Medikamente kämpfen – ein Plädoyer für Akzeptanz und gleichberechtigtes Miteinander. Außerdem wurden zwei weitere Frauen ausgezeichnet: Für die beste Regie vergab die Jury unter Vorsitz des Spaniers Pedro Almodóvar den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für ihr Melodrama „Die Verführten“ zur Zeit des US-Bürgerkriegs. Für den Thriller „You Were Never Really Here“ gab es gleich zwei Trophäen: Regisseurin Lynne Ramsay wurde für das beste Drehbuch geehrt, ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix als bester Schauspieler.

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