TRAUER UM SCHAUSPIELER MARTIN LÜTTGE, DER IM ALTER VON 73 JAHREN STARB

Künstlerisch unabhängig

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Martin Lüttge. Foto: Schneider Press

Für viele Schauspieler ist der Job des „Tatort“-Kommissars eine Art Lebensstellung.

Nicht so für Martin Lüttge, der sich trotz guter Kritiken nach nur 15 Folgen als Düsseldorfer Kommissar Bernd Flemming (1992-1997) von der Krimireihe verabschiedete. Sein Herz hing eben am Theater. „Ich mag die Abwechslung in unserem Beruf“, erläuterte er anlässlich seines 70. Geburtstags in einem Interview. Wie gestern bekannt wurde, starb Lüttge bereits am vergangenen Mittwoch im Alter von 73 Jahren.

Der gebürtige Hamburger absolvierte zunächst eine Ausbildung in der Landwirtschaft. Anfang der Sechzigerjahre ging er nach München und begann eine Schauspielausbildung. Dort wurde der Regisseur Fritz Umgelter auf ihn aufmerksam, der ihm 1964 in „Bratkartoffel inbegriffen“ zum Fernsehdebüt verhalf.

In der Folge schlüpfte Lüttge als vielseitiger Charakterdarsteller in zahlreiche Theater-, Fernseh- und Filmrollen. Von den Münchner Kammerspielen wechselte er ans Schauspielhaus Düsseldorf und von dort ans Württembergische Staatstheater. Dort feierte er als Faust in der Inszenierung von Claus Peymann große Erfolge.

Mit dem Wunsch, sich als Schauspieler zu emanzipieren und künstlerisch unabhängig und politisch zu sein, gründete Lüttge im Jahr 1978 mit einigen Kollegen in Mehring bei Burghausen (Landkreis Altötting) den Theaterhof Priessenthal. Unter anderem mit der Produktion „Gebrüder Grimm“ ging er deutschland- und europaweit auf Tour. Sabine Dobel

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