Königin des Soul

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KONZERTKRITIKEN  . Lisa Stansfield,.

Circus Krone

Ihre Bühnenpräsenz ist phänomenal: Es dauert keine halbe Minute, da hat Lisa Stansfield das Publikum im vollen Circus Krone um den Finger gewickelt und dazu gebracht, wie elektrisiert von den Stühlen aufzuspringen. Stillsitzen ist aber auch fast ausgeschlossen bei dem groovig-funkigen Cocktail, den die „Königin des weißen Soul“ serviert. Ihre Stimme hat nichts von ihrer Faszination eingebüßt: ein ausdrucksstarkes, dunkles Soul-Organ, das lasziv, rauchzart und tief nach schummrigen Kellerclubs klingt, sich aber auch in glamouröse Höhen aufschwingen kann.

Keine Spur von der Sterilität einstiger Auftritte: Die 48-Jährige Britin wirkt locker, ungehemmt und quicklebendig; schon bald öffnet sie ihre Haare, sodass ihr die verschwitzten Strähnen im Gesicht kleben, und kurz darauf pfeffert sie ihre High Heels in die Ecke, damit sie ungestört über die Bühne fetzen kann. Mit herzerfrischendem Manchester-Akzent rät sie ihren Fans, die Anweisungen der Security-Leute zu ignorieren („Tut einfach, wozu ihr Lust habt!“), aber keinesfalls der Gattenmörderin aus dem Lied „Picket Fence“ nachzueifern.

Vor allem aber singt sich Lisa Stansfield die Seele aus dem Leib, unterstützt von einer extrem spielfreudigen und druckvollen Band. Ihre ehrliche, handgemachte Musik braucht kein Show-Brimborium. Das abwechslungsreiche Programm kombiniert klug R’n’B-Kracher, Soulschleicher und dramatische Power-Balladen – und bietet neben alten Hits wie „Live Together“ oder „Someday“ auch fast alle Songs des fabelhaften neuen Albums „Seven“. „Change“ gibt’s in einer faszinierenden Version mit Drum-Battle und Cuban-Jazz-Finale; beim Megahit „All Around the World“ singt die Halle begeistert mit. Der Lohn für den starken Auftritt: Riesenjubel und Standing Ovations. marco schmidt

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