Klang-Anarchie

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KONZERTKRITIKEN  . Münch.

Kammerorchester,

Kammerspiele

Das Sonderkonzert des Münchener Kammerorchesters zur Biennale war wirklich ein besonderes: ein Programm in den Kammerspielen, wo Alexander Liebreich selten gespieltes Repertoire der Jahre 1966 bis 1980 dirigierte. Als Claude Vivier 1980 „Zipango“ komponierte, war der Kanadier Anfang 30, und doch ist es ein Werk aus der Spätphase des jung gestorbenen Komponisten. Eine komplexe, abstrakte und sinnliche Klangsprache.

„Zipango“ wurde vom Kammerorchester ebenso hingebungsvoll gespielt wie Tristan Murails „La Dérive des continents“ für Solo-Viola und Streicher. Das Werk begann als Stück der leisen Töne und statischen Strukturen und endete nach bewegten Tremoli, harten Repetitionen und flächigen Arpeggi in einem zarten Ton des exzellenten Solisten Kelvin Hawthorne.

Nach der Pause erwartete die verbliebenen Hörer eine mitreißende Demonstration der bewegten Jahre zwischen 1966 und 1974, als im Geist der Zeit an den Normen der Aufführungspraxis gefeilt wurde. Jani Christous machte in „Praxis for 12“ elf Streicher und ein vom Dirigenten bearbeitetes Klavier zu Perkussionsinstrumenten. Anarchisch kontrollierte der Bassist sein Instrument, während andere Musiker aufstanden und die Noten beim Namen riefen: Narration statt Intonation.

Louis Andriessen verlangte für die 1975 entstandenene „Workers Union“ lediglich „irgendeine laute Instrumentengruppe“. Das Orchester setzte dies mit einer Batterie stehender Streicher um und gestaltete das Stück als monotone Massenszene, die durch minimale Verschiebungen maximale Intensität erreichte. anita svach

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