„CHILDREN OF TOMORROW“ AUF DER KLEINEN BÜHNE DES VOLKSTHEATERS

Kindergeburtstag ohne Kinder

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Voller Körpereinsatz: Oleg Tikhomirov. foto: garbiela neeb

„Diese Totalüberforderung wird mich irgendwie begeistern“, vermutet sie.

Er hingegen verspricht: „Ich werde militant Teller spülen.“ Außerdem wollen sie aber alle zusammen auch noch „sinnlich unterwegs sein“ sowie „fair und freundschaftlich und voller Respekt voreinander“. Es sind solche Sprechblasen, in denen sich der Konformismus der jüngsten Spießergeneration manifestiert. Und genau diese Mittzwanziger karikiert Tina Müller so gnadenlos wie liebevoll in ihrer Fortpflanzungs-Groteske „Children of tomorrow“.

Deren Uraufführung am Münchner Volkstheater (Kleine Bühne) gerät in der rasanten Inszenierung von Corinne Maier zu einem tragikomischen Kindergeburtstag – zumal die Kinder noch gar nicht da sind. In dem wunderbar pointierten Stück der Schweizer Nachwuchsautorin geht es um Paare, die – theoretisch – ein Kind wollen. Vor lauter Vorfreude hopsen alle schon mal auf roten Hüpfbällen durch die supergemütliche Wohnlandschaft mit bunter Auslegeware, großem Kuschelbett und Kloschüssel hinten im Eck. Die Zuschauer sitzen fast mittendrin in dieser guten Kinderstube (Ausstattung: Nicole Henning), wo die Möchtegern-Eltern zu Wohlfühlmusik auf Socken herumtänzeln und -kugeln.

Julia Richter, Pola Jane O’Mara, Oleg Tikhomirov und Mehmet Sözer spielen mit vollem Körpereinsatz Vater, Mutter, Kind. Das heißt, sie erproben hypothetisch Familienmodelle und malen sich aus, wie es sein wird, weshalb der Text konsequent im Futur geschrieben ist. Aber egal, ob in den Varianten mal Mutti, mal Vati auf die Karriere verzichtet oder aber das Kind in „liebevoller Verwahrlosung“ sich selbst überlassen wird – entspannter scheint am Ende doch das Modell „gar kein Kind“. Heftiger Applaus. alexander altmann

Weitere Vorstellungen

am 18. und 19. Dezember sowie am 2., 13. und 14. Januar;

Telefon 089/ 523 46 55.

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