Kinder, Kinder!

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In der Ausstellung „Geh und spiel mit dem Riesen!“ vom 11. Oktober bis 10. Januar 2016 wird in der Villa Stuck Jeff Koons „Jungle“ (2005) zu sehen sein. foto: Staatsgalerie Stuttgart

Zwischen Nahem Osten und Amerika: Das Münchner Museum Villa Stuck hat jetzt das Jahresprogramm für 2015 vorgestellt. Von Alexander Altmann.

Schon der alte Römer Cato hat es gewusst: Manche Wahrheiten kann man gar nicht oft genug wiederholen. An diese Einsicht hält sich auch Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers. Bei passenden Gelegenheiten erklärt er immer wieder, dass es eine wichtige Aufgabe von Kunst und Museen sei, „den visuellen Analphabetismus, den wir durch die Medien vermittelt bekommen, zu bekämpfen“. So formulierte er es jetzt auch bei der Jahres-Pressekonferenz der Villa Stuck – und fügte gleich noch ein wohltuendes Statement hinzu: „Die Quantität von Besuchern macht nicht unbedingt die Qualität eines Museums aus“, so Küppers’ Reaktion auf die Mitteilung, dass die Besucherzahlen 2014 auf 50 000 zurückgingen.

Kunst ist eben etwas anderes als Massenbespaßung im Fernsehen, darum darf es für öffentliche Museen keine Rolle spielen, ob Besucherquoten steigen oder fallen. „Wenn Mädchen Fallen“ heißt dagegen eine Collage von Kurt Schwitters aus dem Jahr 1924, in die ein Foto Franz von Stucks hineingeklebt ist. Insofern muss man es als großen Glücksfall verbuchen, dass dieses beziehungsreiche Werk jetzt von einem Spender der Münchner Villa  Stuck  geschenkt wurde, wie deren Direktor Michael Buhrs stolz vermelden konnte.

Hauptthema der Pressekonferenz war aber das Ausstellungsprogramm für 2015. So startet am 12. Februar „Common Grounds“, eine Schau mit Künstlern aus Regionen, die heute leider meist mit Schreckensmeldungen assoziiert sind: der Nahe und Mittlere Osten. Mit von der Partie ist der gebürtige Iraner Abbas Akhavan mit seiner „Study for a Hanging Garden“ – Bronzeabgüsse von Pflanzen, die nur im Zweistromland wachsen. Ab 18. Juni folgt eine Ausstellung über Evelyn Hofer (1922–2009), die als „die berühmteste ,unbekannte‘ Fotografin Amerikas“ angekündigt wird. Und ebenfalls ab 18. Juni steht eine Art Heimholung an: eine Schau über den Maler und Zeichner Hans Christiansen (1866–1945), der das Erscheinungsbild der Münchner Zeitschrift „Jugend“ mitprägte. Seine Titelbilder mit frivolen Nackedeis waren für die Zeit um 1900 mehr als kühn.

Rauminstallationen von Amie Siegel gibt es ab 3. Oktober in der experimentellen Reihe „Ricochet“ zu sehen, und am 11. Oktober startet die Ausstellung „Geh und spiel mit dem Riesen!“, die künstlerische Positionen zum Thema „Kindheit“ so präsentieren will, dass sie für Kinder und Erwachsene gleichermaßen interessant sind.

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