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IM RENNERTSAAL DES STAATSOPERN-PROBENGEBÄUDES STELLT MAGED MOHAMED SEINE CHOREOGRAFIE ZU SAINT-EXUPÉRYS „KLEINEM PRINZEN“ VOR

Kein schlechter Start

Der kleine Prinz (Simon Boley) mit (v.li.) dem König (Peter Jolesch), dem Eitlen (Maxim Chashchegorov), der Rose (Ekaterina Petina), dem Fuchs (Nikita Korotkov) und dem Laternenanzünder (Ilia Sarkisov). Foto: Wilfried Hösl
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Der kleine Prinz (Simon Boley) mit (v.li.) dem König (Peter Jolesch), dem Eitlen (Maxim Chashchegorov), der Rose (Ekaterina Petina), dem Fuchs (Nikita Korotkov) und dem Laternenanzünder (Ilia Sarkisov). Foto: Wilfried Hösl

Von Malve Gradinger. Was für ein erzählerischer Einstieg!

Ein Pilot stürzt in der Wüste ab. Aber „ein kleiner, ganz außergewöhnlicher Herr“, von einem anderen Stern auf der Erde gelandet, hilft ihm über die Einsamkeit hinweg. Und lehrt ihn, mit dem Herzen zu sehen. Es ist die in eine einfache Sprache gefasste menschliche Botschaft, die Antoine de Saint-Exupérys „Le petit Prince“ (1943) zum literarischen Welterfolg machte. Nun ist „Der kleine Prinz“ als Produktion des Staatsballetts zu erleben. Ex-Mitglied Maged Mohamed, seit 2015 freischaffender Choreograf, hat das „Weltraummärchen“ in ein Tanztheater übersetzt. Mutig. Denn Saint-Exupéry, selbst Pilot ab 1934 bei der Air France, hat, wie schon in seinen anderen Werken, existenzielle Grenzsituationen eines Fliegers verarbeitet. Hier vor allem auch die Heile-Welt-Utopie eines von zwei Weltkriegen geprägten Schriftstellers.

Gelungen die von Ausstatterin Linda Sollacher in den Münchner Rennertsaal (Probenraum der Staatsoper) „gewehte“ Sandwüste. Während Dan Glazer als Pilot uns die Geschichte erzählt, tollen nach und nach die Märchenfiguren herein: der kleine Prinz (bubenhaft natürlich: der elfjährige Simon Boley von der Ballettakademie), der Laternenanzünder, der eitle Mann, der Fuchs, der König.

Bei Ilia Sarkisov, Maxim Chashchegorov, Nikita Korotkov und Peter Jolesch scheinen durchaus die von Saint-Exupéry gemeinten negativ selbstischen oder positiven Eigenschaften (beim Fuchs) durch. Aber vordringlich erkennt man Mohameds Geschick, das jeweilige besondere Bewegungstalent seiner Tänzer – alle Ex-Staatsballettler – freizulassen. Noch augenfälliger bei Ekaterina Petina als Party-eleganter Rose und Katherina Markowskaja als gelenkgeschmeidiger Schlange. Immer wieder kommt es auch zu tänzerischen Kontakten der Akteure mit dem kleinen Prinzen. Da legt sich dann eine ganz richtig beabsichtigte kindliche Naivität über diese Performance.

Aber irgendwie wachsen die verschiedenen Tanzsequenzen, der gesprochene Text und die Musik (Stücke von Darius Milhaud und Eric Satie), wenn auch exzellent am Bühnenrand von einem Staatsopern-Sextett gespielt, (noch) nicht zu einem metaphorisch-poetischen Traummärchen zusammen. Für Maged Mohamed war es wohl die erste größere Arbeit – und kein schlechter Start in die noch junge Laufbahn.

Weitere Vorstellungen

von diesem Samstag bis zum 29. März; 089/ 21 85 19 20.

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