Kampf dem Löwenzahn

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„Es geht um Nachbarschaft“: Gerhard Polt in der Revue „Ekzem Homo“, Premiere ist an diesem Samstag. foto: andrea huber

INTERVIEW ZUR PREMIERE  . Gerhard Polt und die Well-Brüder kehren mit „Ekzem Homo“ an die Münchner Kammerspiele zurück.

Gerhard Polt und die Biermösl Blosn in den Münchner Kammerspielen, das ist dank „Kehraus“, „München leuchtet“ und „Tschurangrati“ eine Erfolgsmarke. Nur zu begreiflich, dass Intendant Johan Simons in seiner letzten Spielzeit auf diesen Trumpf setzt. An diesem Samstag hat die szenische Revue „Ekzem Homo“ Premiere. Mit dabei sind die Biermösls in der nach der Trennung neuen Besetzung als „Die Wellbuam aus’m Biermoos“ (Stopherl, Michael und Karl Well) sowie der Schauspieler Stefan Merki aus dem Kammerspiele-Ensemble.

-Der Titel klingt ja gruselig...

Ja, die Welt ist es ja auch. Aber ich wollte diesmal nicht die großen, brennenden Themen behandeln. Es geht bei mir ja nie direkt ums Politische, sondern um menschliche Grundgestimmtheiten. Diesmal um den Mikrokosmos, genauer: um Nachbarschaft.

-Um den „Maschendrahtzaun“?

Ja, um Leute, die mit einer Klage drohen, wenn ein Löwenzahn unterm Zaun durchwächst auf ihr Grundstück.

-Freuen Sie sich auf die Kammerspiele?

Ja, sehr. Überhaupt, dass wir als Kleinkünstler...

-...wie kommen Sie denn auf dieses altmodische Wort?

Na ja, das ist doch die Bezeichnung. So heißen wir. Und darum ist es toll, dass wir über unsere Kleintheater und Wirtshäuser hinaus in so ein Haus eingeladen werden. Dieter Dorn hat das für uns gemacht, Bertolt Brecht hat, glaube ich, damals Karl Valentin empfohlen. Ich freue mich sehr, in diesem angenehmen Haus mal wieder auf die Bühne zu dürfen.

-Wie ist die Arbeit mit Johan Simons, der als Regisseur firmiert?

Der kannte uns ja gar nicht. Er hat einen anderen Blick, von außen auf uns. Das ist sehr gut. Ich finde es nett von ihm, dass er uns eingeladen hat. Es ist ja nur für eine kurze Zeit. Am Ende der Saison geht er weg, und sind wir weg. Es ist auch nicht eine so aufwendige Produktion.

-Wann haben Sie zu proben angefangen?

Gleich nach Heiligdreikönig. Ich hab’ einfach eine Freude, mich mal wieder auf einer großen Bühne präsentieren zu können.

-Ihr Publikum hat die bestimmt auch.

Ich würd’s nicht machen, wenn ich nicht eine gewisse Zuversicht hätte.

-Das ist ja wohl ziemlich untertrieben. Sie haben sich doch offenbar für den genau richtigen Beruf entschieden. Wohin Sie kommen, stehen die Leute Schlange.

Was das Wunderbare ist: Durch diese Begabung, wenn man’s so nennen will, hatte ich die Gnade, die interessantesten Leute kennen zu lernen, was sonst nie möglich gewesen wäre. Manche überraschenden Begegnungen vergesse ich nie!

-Und was sagen Sie dazu, dass nun kein weiterer Konzertsaal gebaut und nur der Gasteig renoviert werden soll?

Ich bin entsetzt. Das ist ja schlimmer als provinziell. Das ist schon Selbstverstümmelung!

Das Gespräch führte Beate Kayser.

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