AUS SPARGRÜNDEN MUSS THORSTEN OTTO SEINE SENDUNG „MENSCH OTTO – STARS AM SONNTAG“ BEI BAYERN 3 AUFGEBEN – TÄGLICHE SENDUNG LÄUFT WEITER

Jähes Aus für ein „Topprodukt“

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Vor zwei Jahren gab’s den „Deutschen Radiopreis“: Trotzdem beschloss der BR jetzt das Aus für Thorsten Ottos Sendung „Stars am Sonntag“. Foto: Oliver Bodmer

Thorsten Otto macht kein Geheimnis daraus: „Ich bin traurig und enttäuscht“, sagt der beliebte Radiomoderator.

Grund: Seine Sendung „Mensch Otto – Stars am Sonntag“, die seit 16 Jahren im Sender Bayern 3 läuft, gehört der Vergangenheit an – jedenfalls so, wie man sie kannte. Vor ein paar Tagen ist sie zum letzten Mal in ihrer bisherigen Form ausgestrahlt worden. Von Januar an soll es sonntags stattdessen Ausschnitte – so genannte Best ofs – aus der Sendung „Mensch Otto“ geben, in der der Moderator seit acht Jahren täglich zwischen 19 Uhr, im Wechsel mit Brigitte Theile, prominente ebenso wie unbekannte Mitmenschen vors Mikrofon holt.

Mit seinem Konzept hat Otto für viel Aufmerksamkeit und gute Ergebnisse bei der „Media Analyse“ gesorgt. Vor zwei Jahren ist seine Sendung mit dem „Deutschen Radiopreis“ in der Kategorie „Bestes Interview“ ausgezeichnet worden. Dass die bisherige Sonntagssendung dennoch gekippt wird, begründet Thomas Linke-Weiser, der Programmchef von Bayern 3, ausschließlich finanziell: „Wir müssen im kompletten BR sparen.“ Auch 2017 werde es wieder einen Sparhaushalt geben, und jede Welle sei aufgerufen, dazu beizutragen. „Das ist ein ganzes Maßnahmenpaket“, sagt Linke-Weiser, „es betrifft nicht nur Thorsten Otto.“ Mit den seit Monaten laufenden Programmumstellungen bei Bayern 3 habe dies „nicht direkt“ zu tun.

In seiner letzten Sonntagssendung vor ein paar Tagen hat sich Otto am Anfang darauf beschränkt, kurz auf das Ende hinzuweisen. Auch in einer Videomitteilung auf seiner Facebook-Seite erwähnt er die Entscheidung. Über die Resonanz zeigt er sich selbst überrascht. Vierhundert Kommentare habe es schon gegeben – so viele wie noch nie auf seiner Seite. Passen vielleicht Ottos oft recht tiefgehende Gespräche nicht zum Popsender? Das sieht Linke-Weiser nicht so: „Dann wäre die Sendung in ihrer Anfangszeit auch ein Fremdkörper gewesen.“ Manchmal sei ein „bewusster Programmbruch“ sinnvoll, so wie auch beim Informationsmagazin „Update“ mit einem sehr hohen Wortanteil mittags.

Auf die Frage, ob er Ottos Sonntagssendung gern in der bisherigen Form erhalten hätte, sagt der Programmchef: „Ich würde Vieles gern tun, wenn ich mehr finanziellen Spielraum hätte.“ Für Ottos nicht gerade begeisterte Reaktion zeigt Linke-Weiser Verständnis: „Natürlich freut sich kein Moderator, wenn seine Sendung umgestaltet wird.“ Die tägliche Sendung „Mensch Otto“ nennt er „ein Topprodukt“, den „Topmoderator“ Otto wolle der BR auf alle Fälle behalten. Er werde weiter montags bis donnerstags abends von 19 bis 20 Uhr und jeden Sonntag drei Stunden in der Sendung „Mehr Zeit für Menschen“ mit den Highlights aus den Gesprächen unter der Woche in Bayern 3 zu hören sein. Lorenz Goslich

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