„Ich bin ein Kämpfer“

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Seit zehn Jahren Intendant: Der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden steht vor „seinem“ Schlosspark Theater in Berlin. foto: Christoph Soeder/ dpa

Porträt . Von Elke Vogel.

Nein, Ruhestand ist nichts für ihn. Dieter Hallervorden ist 82 Jahre alt. Er leitet zwei Theater in Berlin, dreht Kino- und TV-Filme – und natürlich steht er auch selbst auf der Bühne. Jetzt laufen gerade die letzten Vorbereitungen für die nächste Spielzeit am Schlosspark Theater. „Bei mir brennt das Feuer!“, sagt Hallervorden („Honig im Kopf“).

„Solange mich die Leute noch sehen wollen, die Beine mich selbst auf die Bühne tragen und der Kopf beim Text-Lernen mitmacht, würde ich gerne weitermachen“, meint der Schauspieler und Kabarettist. „Außerdem bin ich von Natur aus ein Kämpfer und habe einen langen Atem.“

Vor zehn Jahren übernahm Hallervorden das Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz, um es unter seiner Direktion als Sprechtheater zu bespielen. Im September startet er in die zehnte Spielzeit – mit seiner bewährten Mischung aus hochkarätigem Boulevard und zeitgemäßen Klassiker-Interpretationen. In der zweiten Saison-Hälfte wird Hallervorden auch selbst in einem Stück spielen.

Hallervordens 19-jähriger Sohn Johannes ist als „Der letzte Raucher“ (Premiere 22.9.) in einem Solostück zu sehen. Mit der Berufswahl seines Jüngsten war Hallervorden nicht glücklich. „Ich habe ihm gesagt, dass es noch sehr, sehr schöne andere Berufe gibt“, erzählt der Vater von vier Kindern. „Und dass er auch daran denken soll, wie viele Schauspieler zuhause sitzen und auf das Angebot warten, zwei, drei Takes für einen Film synchronisieren zu dürfen. Aber er muss seinen Weg gehen. Er kann natürlich nicht einfach in meine Fußstapfen treten. Wenn man in die Fußstapfen von jemand anderem tritt, hinterlässt man ja keine eigenen Spuren“, so Hallervorden.

Für ihn selbst hatte der Ruhm auch Schattenseiten. So wurde die Privatperson Dieter oft mit der Slapstick-Figur „Didi“ aus „Palim, Palim!“ verwechselt. Doch bereits seit 1960 ist er Chef des Berliner Kabarett-Theaters Die Wühlmäuse. In das Schlosspark Theater, in dem Stars wie Klaus Kinski, Marianne Hoppe und Peter Ustinov spielten, investiert er seit rund einem Jahrzehnt viel Zeit und Geld. „Man sollte ein Theater nicht leiten, wenn man von Gewinnsucht und Geiz getrieben ist“, sagt Hallervorden. In die Renovierung habe er 1,7 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen gesteckt. „Und seither pumpe ich im Schnitt weitere 100 000 Euro pro Jahr in den Betrieb.“ Aber er habe viel Glück gehabt mit seinen Zuschauern. Das Schlosspark Theater sei nun die Gelegenheit, dem Publikum etwas zurückzugeben. „Ich bedauere nichts.“

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