„Ich bin immer spirituell beschäftigt“

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Wünscht sich Gesundheit und Liebe: Marika Kilius. Fesl/Babirad

Marika Kilius wird 75 . Die „Tagesschau“ wurde verschoben, wenn Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler das Eis betraten.

Mit berittener Polizei musste der Vorverkauf bei „Holiday on Ice“ gesichert werden – der Bekanntheitsgrad der zweimaligen Paarlauf-Weltmeister lag in den 60er-Jahren bei 95 Prozent. Am Samstag wird die quirlige Hessin 75 Jahre alt.

-Frau Kilius, wie würden Sie, anlässlich Ihres bevorstehenden 75. Geburtstages, Ihr momentanes Lebensgefühl beschreiben?

Das hat sich nicht verändert. Mein Geburtstag ist für mich eine Sache, die zwischendurch passiert, also nichts Besonderes. Deshalb plane ich auch nichts Großes. Was soll’s?! Ich werde nur ein Jahr älter. Mein Alter und Geburtsdatum spielen für mich keine Rolle.

-Wie werden Sie Ihren Geburtstag denn verbringen? Scharen Sie Ihre Liebsten um sich?

Ja, natürlich! Ich fahre nach Frankfurt zu meiner Tochter und ihrer Familie. Wer weiß, vielleicht hat Melanie ja eine Überraschungsparty geplant...

-Ziehen Sie an Ihrem Geburtstag Bilanz?

Ich ziehe nie Bilanzen. Das würde mich nur unter Zugzwang bringen, und es bedeutet für mich nur unnötigen Druck, alles aufarbeiten zu wollen. Ich mach das überhaupt nicht, auch nicht an Silvester.

-Was wünschen Sie sich zu Ihrem Geburtstag?

Gesundheit und Liebe – die ja auch gesund hält.

-Was ist momentan Ihr Beziehungsstatus?

Der ist immer der gleiche. Ich sehe immer zu, dass ich verliebt bin. Dann geht’s mir gut.

-Denken Sie dabei an eine feste Partnerschaft?

Nein, es reicht ja, wenn man jemand hat, den man liebt. Ich habe kürzlich gelesen, dass Ärzte festgestellt haben, dass Menschen, die verliebt sind, seltener krank werden.

-Können Sie sich vorstellen, wieder mit einem Partner zusammenzuziehen?

Neulich hat eine Freundin zu mir gesagt: „Du bist wie eine Nomadin. Dich kann keiner einsperren.“ Sie hat Recht. Ich bin doch eher wie eine Nomadin. Ich könnte überall wohnen. Ob ich in Amerika lebe, in Deutschland oder der Schweiz, ist mir völlig egal.

-Sind Sie nach wie vor so voller Tatendrang? Beim letzten Mal erzählten Sie mir, dass Sie mit Ihrer Kosmetiklinie expandieren möchten, Schmuck herstellen, Immobilien und Fonds verkaufen und Freunden bei der Realisation von Erfindungen helfen...

Ja, ich mache immer noch sehr viel. Es kommen und gehen ständig neue Projekte. Heutzutage kann ich mir ja aussuchen, was ich tue und lasse. Das war früher, zu „Holiday on Ice“-Zeiten, nicht möglich. Im Moment engagiere ich mich intensiv in Sachen „Bedingungsloses Grundeinkommen“. Das ist meine absolute Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit Professor Götz Werner, dem Gründer der dm-Drogeriemärkte, der mich darauf aufmerksam gemacht hat, mache ich das bereits seit 2011. Das ist für mich gerade mit Abstand mein wichtigstes Projekt und füllt mich auch schon ganz schön aus.

-Was ist für Sie das Schöne an diesem Engagement?

Dass jeder vom Staat oder von der Wirtschaft ein Grundeinkommen bekommt, hat ja eine politische und wirtschaftliche Seite. Und ich finde, es wäre ein sehr sinnvolles Ziel, damit sich die Menschen nicht gegenseitig die Gelder neiden müssen. Das ist ja leider in Deutschland eine verbreitete Einstellung. Man gönnt einander nichts mehr. In Finnland gibt es das bereits, auch die Schweiz will einen Probelauf starten. Und auch in Deutschland gibt es bereits ein Projekt. Aber im Endeffekt muss das ja weltweit durchgesetzt werden.

-Was ist aus Ihren Plänen für ein Zentrum zum Abnehmen und zur Nikotinentwöhnung geworden?

Das wollte ich mit mehreren Frauen realisieren. Aber es wurde mir einfach zu kompliziert, das Projekt mit vier oder fünf Frauen ins Leben zu rufen. Ab einem gewissen Alter wird’s offensichtlich immer schwieriger, etwas mit mehreren Menschen zusammen zu machen.

-Machen Sie sich, im Hinblick auf die momentane politische Krise, Sorgen um die Zukunft Ihrer Enkelkinder?

Die deutschen Politiker haben sich so lächerlich gemacht, und wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, wird nicht entsprechend agiert. Einen Mann wie Macron finde ich dagegen sensationell, weil er ganz andere Ansätze hat und die Menschen auf einer anderen Ebene erreicht. Das ist einer aus dem neuen Zeitalter. Und wir haben ein neues Zeitalter. Es ist alles nicht mehr so, wie es mal war. Und die Menschen sehen das immer mehr, weil sich die Politiker auch immer blöder benehmen. Das bedeutet, es wächst eine andere Generation heran. Die Alten müssen weg, denn viele halten sich nur noch auf ihrem Posten, um ihre Gelder abzukassieren. Für sich haben sie erst mal am besten gesorgt. Die Wähler sind nur ein Mittel zu ihrem Zweck.

-Denken Sie hinsichtlich der knapper werdenden Lebenszeit heute mehr über den Tod nach? Sie sagten einmal, Sie glauben an ein Leben nach dem Tod?

Ja, natürlich denke ich über den Tod nach. Und ich denke auch, dass es danach weitergeht – gar keine Frage! Ich habe die Erfahrung schon durch meinen Vater und meine Tante gemacht – also Menschen aus meinem Umfeld, die alle schon einmal tot waren und alle das Gleiche erzählt haben. Dabei hat mein Vater immer gesagt: „Komm du mir nicht mit deinem spirituellen Kram!“ Nach seinem Erlebnis war er sogar noch extremer als ich. Ich hatte auch selbst schon eine Nahtod-Erfahrung. Schon die klügsten Köpfe, bereits vor über 1000 Jahren, sind immer der gleichen Meinung gewesen – dass es nach dem Tod weitergeht und wir immer wieder kommen, sich daraus auch vieles erklärt – warum es dem einen gut, dem anderen schlecht, warum man an einem bestimmten Ort geboren wird usw. Die, die sich damit auskennen, hoffen ja zum Teil, sie müssten nicht mehr wiederkommen.

-Wie betreiben Sie momentan Gesundheits- und Seelenpflege?

Gott sei Dank geht’s mir gesundheitlich gut. Ich mache jeden Tag Gymnastik. Und ich bin immer spirituell beschäftigt.

Interview: Anke Sieker/Story

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