CONSTANZE LINDNER ÜBER „VEREINSHEIM SCHWABING“, DEN RICHTIGEN TON BEIM MODERIEREN UND NERVÖSE NACHWUCHSKÜNSTLER

„Ich halte auch Händchen“

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Stolz, ihren Gästen den roten Teppich ausrollen zu dürfen: Constanze Lindner, seit 2016 Moderatorin von „Vereinsheim Schwabing“ im Bayerischen Fernsehen. Foto: Martina Bogdahn

Nebenan, im „Lustspielhaus“, sind die großen Namen zu sehen und zu hören, hier darf der Nachwuchs ran.

„Vereinsheim Schwabing“ heißt der Ort (und die Fernsehsendung im Bayerischen Fernsehen), an dem Kleinkünstler aller Genres ihre erste Gehversuche machen. In dem winzigen Wirtshaus an der Occamstraße mit gerade einmal 80 Plätzen haben heutige Kabarett- und Comedygrößen wie Hazel Brugger, Torsten Sträter und Chris Tall ihre ersten Fernsehauftritte absolviert. Seit 2012 läuft das Format alle zwei Wochen im Bayerischen Fernsehen, derzeit donnerstags um 22 Uhr. Moderator der ersten Stunde war Kabarettist und Musiker Hannes Ringlstetter. Seit 2016 führt Komikerin und Kabarettistin Constanze Lindner durch den Abend. Die 45-Jährige wurde einem größeren Publikum als Ensemblemitglied der „Komiker“ im Bayerischen Fernsehen bekannt, solo ist sie derzeit mit ihrem Programm „Jetzt erst mal für immer“ auf der Bühne zu sehen.

-Wie sieht Ihre ganz persönliche Bilanz aus im dritten „Vereinsheim Schwabing“-Jahr?

Ich freue mich und bin auch ein bisschen stolz, meinen Gästen den roten Teppich ausrollen zu dürfen. Diese Sendung, diese Bühne sind mir durch die Aufgabe selbst total zur Heimat geworden.

-Was macht den besonderen Charme aus?

Wir dürfen uns glücklich schätzen, eines der wenigen Formate zu machen, bei denen man uns den Freiraum lässt, Leute auf die Bühne und damit ins Fernsehen zu holen, die noch niemand kennt. Und zwar aus allen Genres – Kabarett, Comedy, Gesang, Poetry, manchmal sogar Schauspiel. Und dass wir es offensichtlich auch schaffen, das Heimelige dieser Kneipe auf den Bildschirm zu bringen, sodass der Zuschauer das Gefühl hat, selbst mittendrin zu sein.

-Was ist die besondere Herausforderung an eine Moderatorin, die sonst selbst als Solistin auf der Bühne steht?

Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, wann es – im Interesse der Künstler – notwendig ist, für Stimmung zu sorgen, und wann man das Publikum auf eine ruhigere Nummer vorbereiten muss. Du musst Rampensau-Qualitäten haben und darfst trotzdem nicht im Mittelpunkt stehen. Das ist ’ne spannende Aufgabe. (Lacht.)

-Leisten Sie auch mentale Aufbauarbeit hinter der Bühne?

Es gibt junge Kollegen, die sehr nervös sind – das kann ich gut nachvollziehen, weil ich, wenn ich mein Solo spiele, auch totales Lampenfieber habe. Ich halte auch Händchen, wenn es notwendig ist. Manchmal ist es aber besser, die Leute in Ruhe zu lassen, damit sie sich ganz auf ihren Auftritt konzentrieren können.

-Welche Mindestvoraussetzungen muss ein Künstler mitbringen, um öffentlich auftreten zu dürfen?

Wir haben ja die Montagsshows („Blickpunkt Spot“, Red.), das ist für uns ’ne gute Bühne, um viele Künstler, sage ich jetzt mal salopp, auszuprobieren. Nicht jeder ist nach dem ersten Mal fit. Manche kommen öfter, und irgendwann sind sie an einem Punkt, an dem man sagt: Der kann jetzt in die Sendung. Es gibt natürlich auch Auftritte, bei denen man weiß: Das funktioniert nicht, und das wird auch in fünf Jahren nicht funktionieren. Da sind wir ehrlich und sagen das.

-Was war Ihre bisher größte Panne?

Ach, Pannen gibt’s permanent. (Lacht.) Ich hatte mal einen Künstler aus Tschechien anzukündigen, Jaromir Kon- (stockt), Jaromir Konecny, und habe diesen Namen einfach nicht herausgebracht. Und kann es bis heute nicht. (Lacht herzlich.)

Das Gespräch führte Rudolf Ogiermann.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare