LINDA ZERVAKIS MODERIERT DEN ESC-VORENTSCHEID – MIT UNSERER ZEITUNG SPRACH SIE ÜBER IHRE ERINNERUNGEN AN DEN EUROVISION SONG CONTEST

„Ich fand Lena klasse“

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Premiere: Linda Zervakis moderiert heute live aus Berlin den deutschen ESC-Vorentscheid. Fotos: babirad, Keystone, dpa (4)

Von Astrid Kistner. Früher wollte Linda Zervakis Stewardess werden.

Sie träumte davon, Tomatensaft auf Langstreckenflügen auszuschenken, statt im Kiosk ihrer griechischen Mutter Kräuterlikör zu verkaufen. Doch glücklicherweise landete die gebürtige Hamburgerin nach Jahren bei einer Werbeagentur und beim Radio schließlich im Fernsehen. Seit 2010 steht die 42-jährige Journalistin als „Tagesschau“-Sprecherin vor der Kamera. Gemeinsam mit Elton wird sie an diesem Donnerstag ab 20.15 Uhr den ESC-Vorentscheid „Unser Lied für Lissabon“ aus Berlin live im Ersten moderieren. Welche Erinnerungen an den Eurovision Song Contest ihre ganz persönliche Musikgeschichte geprägt haben, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nicole

„Als Nicole im Jahr 1982 im englischen Harrogate siegte, war ich noch klein. Mit meinen knapp sieben Jahren konnte ich kaum fassen, dass ein so schüchtern wirkendes Mädchen mit, in meinen Augen, überdimensional großer Gitarre Millionen von Menschen begeistert. Damals gab es ja nur drei Fernsehprogramme, und so kam man auch Wochen nach dem Grand Prix Eurovision de la Chanson nicht um ,Ein bisschen Frieden‘ herum. Alle haben den Song gesungen und wirkten glücklich dabei.“

Helena Paparizou

„Ich weiß noch, dass bei der Punktevergabe beim ESC 2005 immer mehr Länder zwölf Punkte an Griechenland vergaben. Und irgendwann war klar, dass ein Sieg für Hellas drin sein könnte. Das war ein irres Gefühl, denn ein Jahr zuvor war die griechische Fußballnationalmannschaft Europameister geworden. Der Sieg der schönen Helena beim ESC hatte etwas von: Das kleine südeuropäische Land gewinnt an Stärke. Nun ja, wie wir jetzt wissen, kam mit den Jahren leider alles anders.“

Lena

„Ich fand Lena klasse. Sie hatte eine große Leichtigkeit und wirkte nicht so angepasst wie alle anderen. Das mochte ich sehr. Lena hat mit ihrem Sieg 2010 in Oslo eine echte Euphorie in Deutschland entfacht, und das fühlte sich gut an, wo doch alles immer mit einer gewissen Schwere behaftet ist.“

ESC 2011

„Ich weiß noch, wie ich vor dem Fernseher saß und wie elektrisiert war, weil ich nicht fassen konnte, was für eine gigantische Show Stefan Raab, Anke Engelke und Judith Rakers in Deutschland zum ESC 2011 ablieferten. Das war ganz großes Kino!“

Conchita Wurst

„Boom, das saß! Conchita Wurst kommt 2014 auf die Bühne und haut einen mit ihrer Stimme einfach um. Auch wenn das, ehrlich gesagt, nicht so meine Musik ist, war ich ganz schön beeindruckt von ihrem Auftritt. Conchita gewinnt für Österreich, und die Menschen haben mit ihrer Abstimmung ein Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung in Europa gesetzt.“

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