VERONICA FERRES ÜBER IHRE ZUSAMMENARBEIT MIT DIETER HALLERVORDEN, MENSCHENKENNTNIS UND IHREN UMGANG MIT KRITIK

„Ich ahne, wenn etwas faul ist“

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Geheuchelte Gefühle: Trickbetrügerin Annabel (Veronica Ferres) macht Lottomillionär Reiner (Dieter Hallervorden) schöne Augen. Doch sie will nur an sein Geld. Foto: Sat.1

Veronica Ferres (52) und Dieter Hallervorden (82) – diese Kombination gab es noch nie im Fernsehen.

Im Sat.1-Film „Liebe auf den ersten Trick“, zu sehen heute um 20.15 Uhr, spielt Ferres eine Heiratsschwindlerin, die reiche Männer nach Strich und Faden ausnimmt – ihr nächstes Opfer soll ein von Hallervorden gespielter Lottogewinner sein. André Erkau („Das Leben ist nichts für Feiglinge“) führte Regie, das Drehbuch stammt von Jan Haering („Undercover küsst man nicht“). Zuletzt hatte Ferres Im Jahr 2011 mit Sat.1 zusammengearbeitet, damals zeigte der Sender den Fernsehfilm „Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis“ nach einem realen Fall.

-Frau Ferres, wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ich habe Dieter Hallervorden bei der Premiere von „Honig im Kopf“, zu der mich Til Schweiger eingeladen hatte, persönlich kennengelernt und war begeistert, was für ein unglaublich lustiger, lebensbejahender Mensch er ist. Wir saßen zusammen und haben uns gleich geduzt. Als später die Ufa auf mich zukam und mich fragte, worauf ich Lust hätte, sagte ich, dass ich wahnsinnig gerne einen Film mit Hallervorden drehen würde – daraufhin wurde dieser Stoff für uns entwickelt.

-Sind Sie denn selbst schon einmal auf jemanden hereingefallen, der Sie hinters Licht führen wollte?

Es passiert zwar immer wieder, vor allem im Berufsleben, dass jemand das versucht. Aber ich habe meine Lektion gelernt und denke, dass ich eine ganz gute Menschenkenntnis gewonnen habe. Ich ahne, wenn etwas faul ist.

-Für viele Schauspielerinnen ist das Alter um die 50 ein kritisches Alter. Viele Ihrer Kolleginnen beklagen, dass die Angebote weniger werden. Wie ist das bei Ihnen?

Bei mir hat sich eigentlich wenig geändert. Ich habe eine tolle Firma, ich habe beruflich mehr Anfragen denn je, ich bin glückliche Mutter von drei Kindern, einem leiblichen und zwei Stiefkindern, und seit Neuestem haben wir ein Hundebaby, was sehr anstrengend ist. Ich bin dankbar für jeden Tag, für schönes Wetter, für Kaffeeduft in der Früh’ – ich genieße das Leben sehr. Ich blicke stolz nach hinten und fröhlich nach vorne.

-Sie standen früher oft sehr in der Kritik. An kaum einer Schauspielerin haben sich die Kritiker so gerieben. Worauf führen Sie das zurück?

In Deutschland wird jeder, der erfolgreich ist, kritisiert. Das ändert sich nie. Aber das bedeutet mir nichts. Ich lese das nicht, denn ich gehe meinen Weg und vertraue meinem eigenen Bauch, der trifft die richtigen Entscheidungen. Es ist meine eigene Lebenszeit und mein Leben, darüber entscheide ich selbst.

-Morgen, einen Tag nach der Ausstrahlung Ihrer Sat.1-Komödie, startet Ihr Mann Carsten Maschmeyer seine neue Gründershow „Start Up!“ beim selben Sender. Wird das Publikum Sie darin auch zu Gesicht bekommen?

Nein, das nicht. Ich durfte aber bei den Dreharbeiten mal zuschauen, und es war sehr spannend.

-Haben Sie Ihrem Mann Tipps für das Verhalten vor der Kamera geben können?

Nein, seine Sendung hat mit meinem Beruf ja gar nichts zu tun, es ist ein eigenes Genre. Ich habe ihm gesagt: Bitte sei so wie Du bist, auch in Deinem Berufsalltag. Junge Leute zu treffen und zu inspirieren, das ist ja das, was er täglich macht, und er ist sehr erfolgreich mit seinen Start Ups. Ich hatte ihm auch zu „Höhle der Löwen“ geraten. Dass wir beide jetzt als Powerpaar hintereinander im Fernsehen laufen, das hätte ich mir nie träumen lassen, es ist großartig.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski.

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