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Verneigung vor dem Münchner Publikum: Elton John. babirad

Hitmaschine mit Herzschrittmacher Elton John, Olympiahalle Wenn es einen Musiker gibt, der das Rezept für den perfekten Pop-Song kennt, dann ist das Elton John. Hitmaschine mit Herzschrittmacher.

Elton John,

Olympiahalle

Wenn es einen Musiker gibt, der das Rezept für den perfekten Pop-Song kennt, dann ist das Elton John. Kein Liedschreiber war dauerhaft so erfolgreich wie er, kaum einer hat ein so untrügliches Gespür für Ohrwurm-Melodien. Gut zwei Dutzend Hits aus viereinhalb Jahrzehnten Karriere zauberte der Tasten-Magier bei seinem München-Konzert aus seiner Wundertüte. Mit vier Liedern aus der legendären Doppel-LP „Goodbye Yellow Brick Road“ von 1973 zeigte der 67-jährige Megastar gleich zu Beginn des Abends, wohin die Reise ging: zurück in die glorreiche Vergangenheit. Und die Fans in der fast ausverkauften Olympiahalle gingen begeistert mit.

Elton John, die Hitmaschine mit Herzschrittmacher, die Queen Mum des Pop, präsentierte sich diesmal im violetten Glitzerfrack, verzichtete aber auf überkandideltes Drumherum-Brimborium: Der Meister selbst ist die Show. Dass er auch noch immer ein begnadeter Pianist ist, bewies er unter anderem mit einem faszinierenden Intro zu „Rocket Man“, in dem er ganz allein am Flügel minutenlang die unendlichen Weiten des Weltraums beschwörte, ehe er gemeinsam mit seiner fünfköpfigen Band abhob ins All.

Nicht hitverdächtig bei diesem zweieinhalbstündigen Best-of-Programm war nur der übersteuerte Sound, der vor allem in den Uptempo-Nummern den Gesang immer wieder überdeckte. Dabei saß Elton Johns volltönende Stimme nach wie vor so perfekt wie seine Frisur; nur in den Höhen wirkte sie bisweilen etwas rau und angestrengt. Besonders gut zur Geltung kam sie in den stimmungsvollen Balladen, mit denen der Mann am Klavier die staade Zeit einläutete.

Fast schon wie Weihnachten war es dann, als eine mitreißende Version von „Burn Down the Mission“ den Startschuss zu einer gigantischen Ü40-Party gab, bei der es kaum jemanden mehr auf seinem Sitz hielt – nach dem Motto: „Saturday Night’s Alright“, aber Donnerstagabend bringt’s noch viel mehr. Da zeigte sich, dass Elton John nicht nur ein Hitlieferant ist, sondern auch ein Stimmungsgarant. Er elektrisierte die Fans mit perkussiver Piano-Power und röhrte „I’m Still Standing“, als wollte er frei nach Udo Jürgens sagen: „Mit 67 Jahren ist noch lange nicht Schluss!“ marco schmidt

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