Hit-Feuer zwischen Säulen

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Die Scorpions rocken im ungwohnten Akustik-Gewand. Säulen.

Überall weiße Säulen. Die Bühne der Münchner Olympiahalle entführte am Dienstag nach Griechenland. In Athen spielten die Scorpions 2013 ein MTV-Unplugged-Konzert. Jetzt wollen die Hannoveraner Hardrocker im Rahmen ihrer schon drei Jahre dauernden Abschiedstour auch in Deutschland beweisen, dass sie ohne E-Gitarren und wummernde Bässe auskommen.

Das akustische Gewand mit Streichern und Akkordeon steht den alten Hits aus 50 Jahren erstaunlich gut. 10 000 Zuschauer – bezopfte Altrocker, auch junge Hüpfer – waren von der zweieinhalbstündigen Show begeistert. Sie kam nur manchmal kitschig daher, als etwa ein engelsgleicher Helene-Fischer-Verschnitt auftauchte. Erster, vielleicht der Höhepunkt war der Auftritt von Newcomerin Cäthe. Sie sang mit Frontmann Klaus Meine „In Trance“ und „When You Came Into My Life“. Erfrischend, stimmgewaltig, wunderbar. Da konnte später der zweite Gast, Sänger Johannes Oerding, nicht ganz mithalten.

Die Scorpions brachten auch zwei neue Lieder mit, die nicht besonders neu klingen. Dazu drei Soli, dargeboten von Meine (gewohnt heulend), dem Gitarristen Matthias Jabs (klasse) und seinem Kollegen Rudolf Schenker. Vor allem dieser überraschte, weil er sein Stück selber sang. Nur Schlagzeuger James Kottak fehlte. Er hat offenbar in Dubai Muslime beleidigt und sitzt dort im Knast. Egal. Sein Ersatz Johan Franzon trommelte souverän.

Durch die Soli hatte Meine immer wieder Gelegenheit, sich und seine Stimme zu schonen. Schließlich ist er auch schon 65. Aber noch fit. Und vollgepackt mit ollen Tourkamellen, die er zwischen den Songs ausplauderte. Rockig laut kam teilweise auch die Musik daher, trotz Akustikgewand. In diesen Momenten wurden die acht Streicher zur nicht mehr hörbaren Dekoration. Schade. Auch, dass sie bei der Wendehymne erst am Ende mitspielen durften: „Wind Of Change“ war der emotionale Auftakt des Zugabeblocks, in dem die Scorpions nochmals Hit auf Hit abfeuerten. So dürfen die alten Herren auf ihrer Abschiedstour gern noch mal kommen. marco mach

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